Medizin Jugendliche: Seltener mit Vollrausch in der Klinik

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22.03.2016
2014 wurden 58 Jugendliche bis 20 Jahre im Kreis Heidenheim wegen einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt. Das waren 24,7 Prozent weniger als 2013.

Diese Daten hat jetzt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg genannt. Erfasst werden in den Kliniken aber nur die Jugendlichen, die vor Ort ihren Wohnsitz haben. In Baden-Württemberg sank die Zahl um 7,4 Prozent. „Dabei ging die Zahl der Mädchen, die wegen einer Alkoholvergiftung behandelt werden mussten, um 47,1 Prozent noch deutlicher zurück und liegt jetzt mit 18 Personen wieder etwa bei den Werten von 2012 und 2011.

Die Zahl der Jungen sank um 7,5 Prozent auf 40“, weiß Hubert Fischinger, Geschäftsführer der Innungskrankenkasse (IKK) classic in der Region Ostwürttemberg. Von einer Trendwende will Fischinger aber noch nicht sprechen. „Trotz der generell positiven Entwicklung darf man nicht vergessen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist. Bei weitem nicht alle Kinder und Jugendlichen mit Vollrausch landen im Krankenhaus, man darf mit einer hohen Dunkelziffer rechnen.“

Gleichwohl scheinen Aufklärung, Präventionsprogramme und restriktiver Verkauf von alkoholischen Getränken zu wirken. Nicht nur die Zahl der schwer alkoholisierten Jugendlichen sinke, wie eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeige: Jugendliche sind heute im Schnitt 14,8 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Glas Alkohol trinken. Im Jahr 2004 lag das Durchschnittsalter bei ersten Mal noch bei 14,1 Jahren. Und: 33 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben noch nie Alkohol getrunken. Im Jahr 2001 waren es lediglich 13 Prozent.