Heidenheim Jugendliche vor Rewe-Center stören viele Anwohner

Freitagabend, Ludwig-Lang-Straße: Beim Rewe-Center treffen sich viele Jugendliche, auch die städtische Polizeibehörde, die Polizei und ein privater Sicherheitsdienst zeigen Präsenz.
Freitagabend, Ludwig-Lang-Straße: Beim Rewe-Center treffen sich viele Jugendliche, auch die städtische Polizeibehörde, die Polizei und ein privater Sicherheitsdienst zeigen Präsenz. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Andreas Uitz 17.05.2018
Die Ludwig-Lang-Straße vor dem Einkaufsmarkt ist an Freitagabenden ein beliebter Treffpunkt junger Menschen. Viele Anwohner fühlen sich gestört, auch durch die Hinterlassenschaften.

Der Trend hält bereits viele Monate an: Immer am Freitagabend pilgern junge Menschen aus allen Richtungen der Innenstadt in Richtung Rewe-Center. Hier, am Ufer der Brenz, hat sich eine beliebter Punkt entwickelt, an dem sich Jugendliche treffen, um sich zu unterhalten, Musik zu hören aber auch um zu trinken.

Zwischen 100 und 200 junge Menschen, manchmal auch mehr, finden sich hier allwöchentlich am Wochenende ein, und für viele Beteiligte ist das zum Problem geworden. „Es gibt ganz erhebliche Ruhestörungen aber auch Vandalismus“, sagt ein Bewohner des benachbarten Ploucquet-Areals und fügt hinzu, dass sich viele Bewohner am Freitagabend nicht mehr sicher fühlen. Ein großes Problem sieht er darin, dass hier auch Drogen gehandelt werden und dass viele der stark alkoholisierten Jugendlichen auf die Grünflächen und an die Gebäude auf dem Ploucquet-Areal urinieren. Aber auch andere Hinterlassenschaften wie jede Menge Müll und Scherben zeugen am Samstagmorgen noch von der vorausgegangenen Nacht.

Viel Lärm und Müll

Der Grund dafür, dass sich viele Jugendliche hier treffen, liegt nahe: im Rewe-Center haben sie die Möglichkeit, sich mit alkoholischen Getränken einzudecken und an der Straße gibt es etliche Sitzgelegenheiten und das erst vor wenigen Jahren neu gestaltete Brenzufer lädt zum Verweilen ein – was auch der Sinn für die Neugestaltung war. Inzwischen, so ist zu hören, trauen sich angesichts der Menge an jungen Menschen, die hier auch lautstark feiern, kaum noch „normale Kunden“ in den Rewe-Markt.

Vom Betreiber selbst werden derartigen Kundenreaktionen nicht bestätigt. Doch auch Anfrage teilt die Rewe-Pressestelle mit, dass Jakob Nieß entsprechend reagiert habe und mit einem Dienstleister gewähre, dass sich Kunden und Mitarbeiter sicher fühlten und das auch seien. Seit April nämlich ist ein privater Sicherheitsdienst engagiert, der vor und in dem Markt die Situation verbessern soll.

Auch die Bewohner des benachbarten Ploucquet-Areals denken derzeit darüber nach, einen Sicherheitsdienst zu engagieren, eine Befragung läuft gerade. Denn nicht nur auf der Ludwig-Lang-Straße sondern auch auf diesem Privatgelände kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten und Sachbeschädigungen. „Wir rufen regelmäßig die Polizei, wenn die kommt, verschwinden die Jugendlichen, aber der Schaden ist da, und sie kommen sowieso wieder.“

Horst Enßlin, Geschäftsführer der Essinger Wohnbau, die das Ploucquet-Areal bebaut hat und auch verwaltet, sind die Probleme bekannt: „Viele der Bewohner fühlen sich belästigt, einige sind auch besorgt. Tatsache ist, dass die Wohnqualität an diesen Abenden teils leidet.“

Seiten der Polizei wird bestätigt, dass sich die Ludwig-Lang-Straße am Wochenende zu einem Brennpunkt entwickelt. „Wir fahren regelmäßig Streife und es gab neben Ruhestörungen und Müll auch schon kleiner Körperverletzungsdelikte“, so eine Sprecherin des Ulmer Polizeipräsidiums. Man habe die Situation im Blick. Gleiches gibt es auch von der Stadtverwaltung zu hören. Denn nicht nur Polizisten sondern auch die Mitarbeiter der städtischen Polizeibehörde sind regelmäßig vor Ort.

Dabei habe man auch den Alkoholverkauf im Rewe-Center kontrolliert, der nicht zu beanstanden gewesen sei, so der städtische Pressesprecher Wolfgang Heinecker. Außerdem kontrolliere die städtische Polizeibehörde nach 22 Uhr das Durchgangsverbot auf der Hanns-Voith-Promenade am Brenzufer, denn der Aufenthalt ist hier schon seit Herbst 2016 verboten. Auch die Streetworker der städtischen Jugendarbeit sind Heinecker zufolge „senisiblisiert“. „Der Brennpunkt ist bekannt, und sie sind auch immer wieder vor Ort, es gibt durchaus Versuche, sozialpädagogisch Einfluss zu nehmen.

Ansätze aber keine Lösung

Behoben werden konnten die Probleme dadurch nicht. Ein generelles Platzverbot auszusprechen ist kaum möglich, da es sich bei der Straße um öffentlichen Raum handelt. Und da sich der Treffpunkt wachsender Beliebtheit erfreut, steht zu befürchten, dass sich die Situation mit den wärmer werdenden Abenden verschlechtert.

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