Jugendliche sollen Geschichte Heidenheims begreifen

Heidenheims Geschichte soll Jugendlichen näher gebracht werden, etwa durch den Besuch geschichtsträchtiger Orte wie der Heidenschmiede unterhalb des Schlosses.
Heidenheims Geschichte soll Jugendlichen näher gebracht werden, etwa durch den Besuch geschichtsträchtiger Orte wie der Heidenschmiede unterhalb des Schlosses. © Foto: Foto: räp
Andreas Uitz 07.05.2012
Mit dem Programm „His & Her Story“ soll jungen Heidenheimern mehr Geschichtsbewusstsein vermitteln werden. Der Gemeinderat stimmte nun für entsprechende Projekte.

Heidenheim hat eine jahrtausendalte Geschichte, und doch wissen die meisten Kinder und Jugendlichen nur sehr wenig darüber. Etwa über die römische Siedlungsgeschichte, das Mittelalter aber auch über die jüngere Geschichte der Stadt. Doch zu wissen wo man lebt, einen Einblick in die Stadtgeschichte zu haben, trägt mit zur Identifikation mit der eigenen Heimat bei. Um diese Identifikation herzustellen und zu verstärken hat sich die Stadtjugendreferentin Aideen Halliger ein Programm ausgedacht, mit dem junge Menschen an die Geschichte ihrer Stadt herangeführt werden sollen. Bei der jüngsten Sitzung des Kultur-, Sozial-, Schul- und Sportausschusses des Gemeinderats stellte sie ihre Konzeption vor und erhielt für diese Idee breite Zustimmung von Seiten der Stadträte.

Denn die Geschichte der Stadt soll den Kindern und Jugendlichen, die sich dafür interessieren, keinesfalls in angestaubten Geschichtsstunden von Referenten erläutert werden. Die Idee ist vielmehr eine ganz andere: Geschichte soll erlebbar, greifbar gemacht und teilweise von Zeitzeugen geschildert und mit Überbleibseln längst vergangener Tage sichtbar gemacht werden. Anhand von Erlebnissen, so der Ansatz Halligers, soll die Identifikation mit dem eigenen Wohnort verstärkt werden. Dazu gehören etwa Exkursionen zu geschichtsträchtigen Orten im Stadtgebiet, der Besuch des Museums im Römerbad oder des Schlosses mit einem eigens erstellten Programm und das Treffen mit Menschen, die den Zweiten Weltkrieg und die unmittelbare Nachkriegszeit noch persönlich erlebt haben. In Kombination mit kreativen Inhalten und der Aufarbeitung des Erlebten sollen die Eindrücke verstärkt und verfestigt werden.

Doch damit nicht genug: Die Teilnehmer des „His & Her Story“ genannten Programms sollen in der Aufarbeitung ihre Projekte in die Öffentlichkeit tragen. Ob in geschriebener Form, etwa als eigenes, in der Sprache der Jugend geschriebenes Heidenheimer Geschichtsbuch, oder anhand kleiner Ausstellungen sollen die Eindrücke der Jugendlichen auch anderen jungen Menschen präsentiert werden.

Als mögliche Themen nannte Halliger beispielsweise die Industriegeschichte, die Römer, Schloss Hellenstein, die Geschichte der Wasserversorgung, der Transportmittel, aber auch berühmte Heidenheimer Persönlichkeiten oder wie der Zweite Weltkrieg in Heidenheim erlebt wurde. Mit eben diesem Thema soll die erste „His & Her Story“-Gruppe im Herbst ihren Auftakt haben.

Stattfinden sollen die Veranstaltungen entweder im Jugendhaus Treff 9 oder, wenn möglich, an den thematischen Originalschauplätzen wie historischen Gebäuden. Die Inhalte und Herangehensweise sollen je nach Thema und Zusammensetzung der Gruppen variieren.

Derzeit befindet sich das Ganze in der Vorbereitungsphase. Klar ist, dass mit dem Vorhaben, an dem sich unterschiedliche Referenten aus verschiedenen Bereichen beteiligen sollen, zum einen Schulklassen aber aber auch frei zusammengesetzte Gruppen, etwa aus dem Treff 9 oder anderen Jugendtreffs, angesprochen werden sollen. Grundsätzlich will sich „His & Her Story“ als wertvolle Unterstützung und Ergänzung des schulischen Unterrichts verstanden wissen.

Halligers Planungen zufolge fallen für den ersten Baustein, der im Herbst beginnen soll, Kosten in Höhe von rund 3000 Euro an. Bereits jetzt gibt es eine Zuwendung der Hugo-Rupf-Stiftung und Fördermittel von der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg.

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