Heidenheim / Patrick Vetter  Uhr
Joanna Ludewig malt mit leuchtenden Farben oft in vielen Schichten. Unter dem Titel „Seelenbilder“ stellt sie derzeit im Pressehaus aus.

„Diese kräftigen Farben, das ist doch einfach beeindruckend“, schwärmt Joanna Ludewig, als sie vor den Bildern steht, die sie für die aktuelle Ausstellung im Pressehaus ausgewählt hat. Dort hängen gerade an den Wänden 15 ihrer Werke unter dem Ausstellungstitel „Seelenbilder“. Jedes Bild könnte einen Gefühlszustand beschreiben. Die Heidenheimer Künstlerin geht von Bild zu Bild und erzählt von verschiedenen Techniken, von Farbschichten, von Spachteln und Gefühlen, die sie versucht, auf die Leinwände zu bringen.

Eines ist eindeutig, wenn die 42-Jährige von ihrer Kunst spricht: In jedem Bild steckt ein Teil von Ihr. „Zu jedem Bild habe ich eine Verbindung. Manchmal ist es schwer, wenn ich sie verkaufen muss“, gibt Ludewig zu. Auch wenn sie ihr Geld mit Kunst und Gestaltung verdient, gehe es nie allein um den Kunden: „Ich male immer für mich. Auch wenn ich einen Auftrag bekomme“, sagt sie. Ein Lieblingsbild, dass sie nicht hergeben könnte habe die gebürtige Polin aber nicht.

Allerdings gibt sie ihre Kunst auch nicht leichtfertig aus der Hand: „Ich berate meine Kunden vor Ort und helfe ihnen die Bilder aufzuhängen“, erklärt Ludewig. An der falschen Wand könnte ein Bild verloren wirken oder farblich stören. Außerdem spielt das Licht für die Künstlerin eine entscheidende Rolle. „Damit etwas gut wirken kann, muss genug Licht darauf fallen. Auch mein Atelier ist sehr hell“, verrät sie.

Außerdem braucht es Platz für ein Kunstwerk – Platz im Kopf und Raum im Atelier: „Ich hätte am liebsten eine kleine Fabrikhalle oder so etwas. In einem Kabuff kann man nicht malen“, träumt Ludewig von der nächsten Herberge für ihre Bilder. Sie experimentierte schon mit den unterschiedlichsten Stilen, malte auch Landschaften oder Tiere. Die Bilder, die momentan im Pressehaus ausgestellt sind, sind jedoch alle sehr abstrakt. In mehreren Schichten wurden die kräftigen Farben mit Spachteln oder Schwämmen aufgetragen, grob verteilt oder flossen gezielt ineinander. „Manchmal schütte oder schmeiße ich die Farben auch“, sagt die Heidenheimerin.

„Ich schaue das Bild immer wieder an und habe immer andere Ideen, bis es fertig ist“, beschreibt die Mutter einer 12-jährigen Tochter. Die meisten Bilder beginnen mit einer Idee und einem Titel. „Jedes Bild entsteht aus einer anderen Lebenslage heraus und sieht deshalb auch anders aus. Das bin jedes Mal ich auf der Leinwand.“

Nur von den Bildern kann sie allerdings nicht leben. Wenn sie nicht malt, gestaltet die Künstlerin Wände in Wohn- oder Geschäftsräumen. Außerdem gestaltet sie Möbel und verkauft diese. Seit 15 Jahren ist sie selbständig. Aber auch schon in ihrer Jugend an der Ostsee beschäftigte sie sich viel mit der Malerei. Viele Ausstellungen und Wettbewerbe später sagt sie immer noch: „Die Malerei ist ein Ventil und gibt mir die Möglichkeit, mich auf der Leinwand auszudrücken. Sie gibt mir Raum für alle Farben meiner Seele.“