Heidenheim / hz Leserbrief zur Grünpflege im Frühjahr.

Im ausgehenden Winter, Mitte und Ende Februar, ist leider bei Hecken und Bäumen immer wieder eine brachiale Gewalt festzustellen. Die Bürger wundern sich nur noch, wo überall Gefahren und Aufräum-Verbesserungen an den Straßenbäumen und Parkanlagen vorgenommen werden müssen. Ist das alles gerechtfertigt? Sollten wir uns vorher nicht doch überlegen, was wir ersetzen müssen, wenn wir die Bäume, die Hecken entfernen? Was bleibt den Tieren noch? Den Insekten, den Vögeln, den Fledermäusen. Wo finden sie Deckung und Nahrung? Wie viele Jahre braucht ein neu gepflanzter Baum, bis er so einen alten Baum gleichwertig ersetzen kann? Wer pflegt und kümmert sich um den Neuling (Hecke oder Baum), bis dieser so groß wie sein Vorgänger war? Alles Fragen. Abgesägt ist's gleich, die Kettensäge macht's möglich. Landschaft und Kulturlandschaft ändern sich ständig, mag der eine sagen. Aber zum Besseren? Wir haben bereits genügend Agrarsteppen. Zudem haben es Pflanzen mit zunehmender Klimaerwärmung besonders schwer. Erst wenn Tierarten uns verlassen, aussterben, dann wachen wir auf. Am Bodensee werden bereits Obstblüten von Menschenhand bestäubt, weil es keine Insekten und Bienen mehr gibt. Den nachfolgenden Generationen sind wir verpflichtet, eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen, deshalb meine Bitte, um den Schaden zu beheben: Möglichst viele Hecken und Bäume, heimische Arten nachzupflanzen und langfristig sicher pflegen. Jetzt im Frühjahr kann man pflanzen. Ausgleichsgelder von den Industrie-Neubauten sind vorhanden. Dies kommt uns allen zugute.

Friedrich Junginger, Gerstetten