Heidenheim James Blunt spielte vor etwa 4000 Besuchern im Brenzpark

Heidenheim / Stefanie Kirsamer 12.08.2018
Der britische Sänger James Blunt spielte am Freitagabend vor etwa 4000 Fans seine neuen und alten Hits im Brenzpark.

Wer hätte das gedacht? Der britische Sänger James Blunt kann nicht nur Frauenherzen zum Dahinschmelzen bringen, nein der kleine Brite hat auch großen Humor. So wurde der Freitagabend im Brenzpark nicht nur romantisch - manch einer befürchtete sogar schnulzig - nein, es wurde richtig lustig. Es wurde nicht nur geknutscht, sondern auch gelacht und getanzt.

Bevor er seinen Song „High“ - der Titel ist Programm - performte, sagte Blunt: „Hier singen nur die Frauen und ich, die Männer können das so hoch nicht. Mir wurde sogar gesagt, der Song sei so hoch, dass ihn nur Frauen und Hunde hören könnten.“

Das Jaulen von Hunden blieb aus, das Gebrumme der Männer auch - zaghaft zunächst hörten man die Stimmen des weiblichen Teils des Publikums. Stetig kräftiger und lauter ging die Melodie aber unter die Haut. Gänsehautstimmung.

Während die Frauen beziehungsweise Mädchen im Publikum in den Armen ihrer Ehemänner oder Partner lagen und zu den Balladen von James Blunt summten und träumten - gab es für die Männer immerhin Bier. Und: Der ein oder andere stellte während des Konzerts fest, dass James Blunt durchaus auch fetzige Stücke hat, die man aber nicht sofort mit James Blunt in Verbindung bringt.

Eines der bekanntesten durfte „OK“ gewesen sein - das Blunt zusammen mit dem deutschen DJ und Produzenten Robin Schulz 2017 aufnahm. Vergangenes Jahr war die Single 16 Wochen in den Top Ten der deutschen Charts. Erstaunlich gut klang der Song auch im Brenzpark, wenngleich es weniger elektronisch war und dadurch etwas an Kraft verlor. Tanzen ging trotzdem.

Natürlich kamen aber auch die schon etwas älteren Romantiker im Publikum auf ihre Kosten und James Blunt spielte seine Balladen. Darunter natürlich der Nummer-Eins-Hit „You’re Beautiful“, mit dem er 2005 bekannt wurde. Auch bei „Stay the Night“ und „1973“ war das Publikum textsicher und somit ging James Blunts Wunsch in Erfüllung. Zu Beginn des Konzerts hatte er gesagt: „Ich bin heute gekommen, weil ich euch singen hören möchte.“

Das Konzert in Heidenheim war Teil seiner Tour „The Afterlove“. Bereits über ein Jahr ist James Blunt nun mit seiner Band auf Tour und spielte in Asien, Australien und Amerika. In Amerika war er übrigens der Support-Act von Ed Sheeran. Die beiden Sänger sind seit Jahren befreundet. Auf der Bühne im Brenzpark berichtete Blunt unter anderem, dass er mit Ed Sheeran in den Bergen war. Tagsüber brachte er Ed Skifahren bei und abends habe ihm der 17-Jahre-jüngere Ed beigebracht, wie man Songtexte schreibt. Selbstironie können die Briten eben. Sich selbst nahm James Blunt an diesem Abend noch öfter auf den Arm.

Abruptes Ende eines schönen Abends

Für einige reichten die eineinhalb Stunden lange nicht, die der 1,72-Meter-große Sänger alles gab. Es war auch ein etwas abruptes Ende. Verwirrt waren die einen: Kommt noch eine Zugabe? Während die anderen schon zum Parkplatz stürmten, um möglichst schnell vom überfüllten Parkplatz zu kommen.

Vor allem die Damen wollten die Hoffnung auf ein weiteres Lied nicht aufgeben. Noch ein oder zwei Lieder, bei denen man nochmal den singenden Gitarristen, mit der soften Stimme und dem niedlichen britischen Akzent anzuschmachten kann.

Das Hoffen wurde nicht belohnt, alles hat eben ein Ende - so auch dieses Konzert und Schluss war kurz nach 22.30 Uhr. Auch die, die eilig zum Parkplatz marschiert waren, hatten ihr Ziel nicht erreicht, im Stop-And-Go ging’s gemächlich aus dem Parkplatz heraus - wobei es mehr Stop als Go war.

Siggi Schwarz: Gitarrist und Veranstalter

Seit vielen Jahren veranstaltet Siggi Schwarz das Brenzpark-Festival in Heidenheim. Jedes Jahr holt der Gitarrist bekannte Musiker nach Heidenheim, darunter Eric Burdon, Chris de Burgh, Pur, Mark Forster und Culcha Candela.

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