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Leserbrief zur Eröffnung des Waldbads (Leserbrief „Klettern nicht über den Zaun“, HZ vom 6. Mai)

Sehr geehrter Herr Widmayer, Ihr Vergleich Waldfreibad Heidenheim mit den Bädern Tübingen und Schwäbisch Gmünd hinkt etwas. Da wir uns hier auf der Schwäbischen Ostalb befinden und die von Ihnen genannten Bäder in etwas wärmeren Regionen liegen, sind schon die Bedingungen des Auswinterns sehr unterschiedlich. Da das Auswintern etwa sechs Wochen in Anspruch nimmt, kann aufgrund der klimatischen Bedingungen in unserer Region mit dem Auswintern frühestens Anfang April begonnen werden. Im Vergleich zu den anderen genannten Bädern also erst zwei bis drei Wochen später.

Selbst wenn man nun mit mehr Personalaufwand es möglich machen würde, am 1. Mai das Waldfreibad zu öffnen, sollte man sich schon überlegen, ob es ökologisch vertretbar ist und in welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis das Ganze steht. Bei den gerade vorliegenden Wetterverhältnissen stehen die Energiekosten auf keinen Fall im Verhältnis zu der Anzahl an Badegästen. Und auch wenn das von Ihnen erwähnte Wasser schon in den Becken ist, kann nicht gleich losgebadet werden. Zweieinhalb Millionen Liter Wasser lassen sich nicht mal eben über Nacht so aufbereiten, dass es den Vorschriften entspricht. Hier wird eine Vorlaufzeit benötigt.

Wo ich Ihnen beipflichten kann, ist die Überlegung, ob man die Saison 2018 noch um eine Woche verlängern hätte können, aber ich denke nach einer Saison mit 225 592 Besuchern ist auch das Bäderpersonal am Anschlag gewesen.

Was vielleicht auch noch erwähnt werden sollte: Die Städte Tübingen und Gmünd verfügen über kein Hallenbad in der Größe der Aquarena, die sich auch über Ihren Besuch freut. Die Verlängerung einer Freibadsaison sollte auf keinen Fall aus parteipolitischem Gerangel entschieden werden, sondern immer aus dem Gesichtspunkt der Ökologie und was kann ich dem Personal zumuten. Letztendlich finde ich es schon einen Kompromiss und ein Entgegenkommen der Stadt Heidenheim, die Freibadsaison bei gutem Wetter um eine Woche zu verlängern.

Bernd Müller, Steinheim