Forschung Internist Geyer erhält bedeutenden Medizinpreis

Während der Preisverleihung: Hans-Peter Dufner (Holzschuh-Stiftung), Dr. Ulrich Geyer, Prof. Dr. Benno Brinkhaus, PD Dr. Harald Matthes (Hufelandgesellschaft).
Während der Preisverleihung: Hans-Peter Dufner (Holzschuh-Stiftung), Dr. Ulrich Geyer, Prof. Dr. Benno Brinkhaus, PD Dr. Harald Matthes (Hufelandgesellschaft).
Heidenheim / 08.11.2013
Einer der wichtigsten Preise für Komplementärmedizin hat der Heidenheimer Internist und Stadtrat Dr. Ulrich Geyer für seine Forschung zu Lungenentzündungen erhalten.

Dr. Geyer hatte im Rahmen eines Forschungsprojektes über Patienten mit ambulant erworbenen Pneumonien, die in der Belegklinik für Homöotherapie im Klinikum Heidenheim behandelt worden waren, die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapieform untersucht. Er konnte dabei in einem Beobachtungszeitraum von 20 Monaten nachweisen, dass von den dort behandelnden Patienten 80 Prozent rein komplementärmedizinisch (in diesem Fall mit Anthroposophischer Medizin) ohne den Einsatz von Antibiotika erfolgreich therapiert wurden. Üblicherweise erhält ein Patient mit einer Lungenentzündung ein Antibiotikum. Dass dies anders möglich ist, löste in der Fachwelt Erstaunen aus und führte schließlich zu der Vergabe des Holzschuh-Preises, den Geyer im Rahmen der Medizinischen Woche in Baden Baden, Europas größtem Ärztekongress für Naturheilverfahren, erhielt.

Der mit 8000 Euro dotierte Preis ging gleichzeitig an Prof. Dr. Benno Brinkhaus von der Berliner Charité für eine Studie zur Akupunktur bei Patienten mit Heuschnupfen. „Diese Studie zeigt, dass Komplementärmedizin auf einem wissenschaftlich hohen Niveau beforscht werden kann“, so Dr. Thomas Breitkreuz, Vorstandsmitglied der Hufeland-Gesellschaft und Jurymitglied.

An Geyers Arbeit hob er hervor, dass hier mit Hilfe der Komplementärmedizin ein ernstzunehmendes klinisches Krankheitsbild behandelt werden konnte. In Zeiten einer kritischen Zunahme von Antibiotikaresistenzen zeige Geyer, dass die Komplementärmedizin einen wichtigen Beitrag leisten kann. Für harmlosere obere Atemwegsinfekte ist dies schon lange bekannt, für Lungenentzündungen fehlten bisher aktuelle Daten.

Dr. Andreas Laubersheimer, Leitender Arzt der Belegklinik für Homöotherapie, freut sich über die Würdigung der Arbeit, die ja schließlich in seiner Belegabteilung im Klinikum auf dem Schlossberg entstanden ist: „Es ist ein toller Erfolg, dass wir zusammen mit der Charité diesen Preis erhalten haben“. Privatdozent Dr. Klaus Kramer von der Universität Ulm, der Koautor der Veröffentlichung ist, sieht in der Belegklinik für Homöotherapie ein großes Potenzial für weitere Forschungen. „Der Preis ist uns Freude und Ansporn zugleich, auf diesem Gebiet weiter zu machen“, ergänzt Geyer selbst.

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