Heidenheim / Luise Hiller und Sandra Gallbronner Mehrere Restaurants sollen in naher Zukunft das gastronomische Angebot in Heidenheim erweitern. In die Schloss-Arkaden zieht derweil Ernsting's Family ein.

Es tut sich einiges beim gastronomischen Angebot Heidenheims. Und während sich die meisten Änderungen im Stadtkern abspielen, macht ein großes Leuchtschild in etwas abgeschiedener Lage auf ein neues Restaurant aufmerksam. „Appetize“ heißt das Lokal in der Siemensstraße 85 hinter dem Kino-Center. Voraussichtlich Mitte März soll das asiatische Erlebnisrestaurant eröffnen, heißt es auf der Homepage des Betreibers. Wie in asiatischen Lokalen beliebt, soll es auch in Heidenheim ein All-you-can-eat-Buffet geben.

Italienisches Lokal im „Palazzo“

Zurück in der Innenstadt: Im ehemaligen „Palazzo“ wird wieder ein Italiener die Hintere Gasse beleben. Maria-Antonietta Vernuccio und Giovanni Politi betreiben bereits ein italienisches Restaurant in Aalen. Voraussichtlich ab April möchten die beiden im künftigen „Sotto Sopa – Vino e Cucina“ mit moderner italienischer Küche aufwarten. Laut Politi soll „etwas Besonderes, also nicht die typische italienische Küche“ angeboten werden.

Direkt gegenüber, in der Hinteren Gasse 8, wo bis vergangenen Juni das Café Melange beheimatet war, wird derzeit saniert und umgebaut. Sicher ist bislang: Es wird wieder ein Café in dem denkmalgeschützten Gebäude einziehen. Wer der neue Pächter wird, das stehe hingegen noch nicht fest, so Edwin Wahl, der neue Besitzer des Wohn- und Geschäftshauses. Bevor er eine Entscheidung fällt, wolle er zunächst die Bauarbeiten abwarten.

Bisher habe er schon viele Anfragen erhalten, sagt Wahl. Frühestens Ende Mai, Anfang Juni sei mit einer Entscheidung zu rechnen. Der Hauseigentümer ist optimistisch, dass im Anschluss alles ganz schnell über die Bühne geht: „Die Eröffnung ist im Juni vorgesehen.“ Zurzeit wird das Gebäude innen komplett umgebaut: Neben einer neuen Küche sowie Theke wird ein neuer Boden eingesetzt. Auch die Fassade und der Dachstuhl werden erneuert.

Käsegeschäft am Degeler-Platz

Am anderen Ende der Hinteren Gasse hat sich Gerhard Illenberger vor zwei Jahren mit seinem Käsefachgeschäft Käse

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Mohr niedergelassen. Doch in der Parallelstraße zur Hauptstraße ist es ruhig, zu ruhig, findet Illenberger: „Die Hintere Gasse ist tot. Es gibt zu wenig Laufkundschaft.“ Deshalb zieht der Käsesommelier nun um.

Am Friedrich-Degeler-Platz gegenüber dem „Piazza“ eröffnet er am heutigen Samstag sein Geschäft. Neben der besseren Lage sei das dortige Geschäft auch größer, sagt Illenberger. So können künftig an den Käseseminaren, die er anbietet, mehr Menschen teilnehmen. Zudem habe er nun die Möglichkeit, Teilnehmer Weichkäse und Butter herstellen zu lassen.

Weiter südlich, Am Wedelgraben 40, eröffnet in Kürze das indisches Restaurant Maharaja Palace. So zumindest ist es auf den Plakaten an den Fenstern zu lesen. Allerdings hingen diese bereits vor einem Jahr aus – mit der gleichen Aufschrift. Eröffnet das Restaurant noch?

Denkmalschutz: Viele Auflagen

Zuvor war der Naturkostladen Schwarzwurzel in dem Gebäude untergebracht. „Die Umgestaltung zur Gastronomie ist komplizierter als gedacht“, sagt Gerhard Ellwanger, der zuständige Architekt. Zurzeit warte man noch auf die Genehmigung für das Lokal, so Hausbesitzer Jörg Reith. Vieles sei in dem Haus schon hergerichtet worden. Wände wurden gezogen, WCs eingebaut und Bänke aufgestellt. Auch die Küche ist vorhanden, allerdings noch nicht installiert.

Da das Haus denkmalgeschützt ist, müssen viele Auflagen beachtet werden. Manche habe der Restaurantbetreiber nicht erfüllt, sodass Änderungen vorgenommen werden mussten, so Reith. Bisher fehle auch die Genehmigung für die Lüftung, sagt der Hauseigentümer. Sobald der Pächter seitens der Stadt grünes Licht bekommt, können die letzten Schritte in Angriff genommen werden – etwa die Installation der Küche oder die Einrichtung des Lokals. Die Eröffnung des indischen Restaurants sei im Mai angepeilt, so Reith.

Ebenfalls mit Speisen aus dem asiatischen Raum wartet das Lokal Orient Express in der Ploucquetstraße 28 auf, das bereits Anfang Februar eröffnet hat. Dort bietet der gebürtige Syrer Ayham Haidar gemeinsam mit seinem Koch syrische zum Teil auch arabische Speisen an. Haidar ist aus Syrien geflüchtet, lebte zunächst in Malaysia bevor er 2016 nach Heidenheim kam. Der Familienvater kennt sich in der Gastronomie aus, führte in Syrien, später auch in Malaysia ein Restaurant.

Syrische Küche in Heidenheim

Das „Orient Express“ in Heidenheim ist eine Art kleiner Familienbetrieb. Haidars Frau hilft am Morgen in der Küche, sein Neffe bedient die Kunden. Nach und nach wollen die Restaurantbetreiber den Räumlichkeiten einen arabischen Stil verleihen.

Für die Kunden keine ersichtliche Veränderung gibt es derweil in der „Café-Bar“ in der Hauptstraße 38. Betreiber Jorgos Stefanidis übergibt sein Café zum 1. April an den Ulmer Darko Filipovic. „Im letzten Jahr hat sich mir die Gelegenheit geboten, in meiner Heimatstadt Katerini in Griechenland eine Strandbar zu übernehmen“, so Stefanidis, der im April nach Griechenland ziehen wird.

Café-Bar unter neuer Führung

Vor knapp fünf Jahren eröffnete der 47-Jährige die „Café Bar“. Mit dem Standort sei er zufrieden, allerdings zeigt er sich enttäuscht von den Bemühungen des Gemeinderats, die südliche Hauptstraße aufzuwerten. „Oft verlaufen Lösungen im Sand“, sagt Stefanidis.

Sein Nachfolger Filipovic hat bereits in verschiedenen gastronomischen Betrieben unter anderem als Barkeeper gearbeitet. Die „Café Bar“ wird der erste Betrieb, den der 35-Jährige als selbstständiger Unternehmer führen wird. „Ich möchte das Konzept von Jorgos Stefanidis weiterführen und auch die Cocktail-Nights wiederbeleben“, so Filipovic.

Ein Stück weiter nördlich, in der Hauptstraße 28, schließt ein Geschäft. Noch bis Ende Mai hat der dortige „Euro-Shop“ geöffnet. Hausbesitzer Hans-Joachim Reichstein ist derzeit auf der Suche nach einem Nachmieter. Der Laden erstreckt sich auf eine Verkaufsfläche von 110 Quadratmetern.

In den Schloss-Arkaden kommt es ebenfalls schon bald wieder zu einer Veränderung. Die Branche bleibt dieselbe: Auf die ehemalige Ladenfläche des Bekleidungsgeschäfts Tom Tailor folgt bereits Anfang April die Eröffnung des deutschen Textilunternehmens „Ernsting's Family“. Wie der Name bereits verrät, handelt es sich beim Sortiment des Geschäfts um Mode für die ganze Familie.