Heidenheim Immer weniger Früherkennung: Scheu vor Vorsorge wächst

Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung, Symbolfoto
Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung, Symbolfoto © Foto: serhiibobyk, stock.adobe.com
Heidenheim / hz 28.06.2018
Die Zahl der Männer und Frauen, die zur Früherkennung gehen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Jeder fürchtet sich vor der Diagnose Krebs. Und doch nahm die Zahl der Frauen in Baden-Württemberg, die zur gynäkologischen Krebsvorsorge gehen, zwischen 2009 und 2016 um 9,4 Prozent ab. Das ergab eine Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse auf Basis der Daten von Versicherten ab dem 20. Lebensjahr. 2016 gingen in ganz Deutschland 8,9 Prozent weniger Frauen zur Untersuchung der Geschlechtsorgane als sieben Jahre zuvor.

Männer sind aber eindeutig die größeren Vorsorgemuffel. Denn während in Baden-Württemberg 2016 fast jede zweite Frau (42,4 Prozent) ihren Gynäkologen zur Vorsorge aufsuchte, ging bei den Männern ab 45 Jahren nicht einmal jeder Vierte (24 Prozent) zur Früherkennungsuntersuchung von Prostatakrebs.

Laut Robert-Koch-Institut nehmen die Krebsfälle in Deutschland insgesamt zu. Als Hauptgrund wird das steigende Lebensalter genannt. „Ein entscheidender Baustein im Kampf gegen Krebs ist die regelmäßige Vorsorge“, sagt Horst Gentner von der KKH in Heidenheim, „denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer ist durch rechtzeitig ergriffene Behandlungsmaßnahmen die Chance auf Heilung.“ Das gilt vor allem für jene, bei denen eine erbliche Vorbelastung in der Familie vorliegt.

Die Kosten für die Krebsvorsorge übernehmen die Krankenkassen. Dabei haben Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane, ab 30 auf die Untersuchung der Brust. Männer ab 45 Jahren können einmal pro Jahr Maßnahmen zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata und des äußeren Genitals beanspruchen.

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