Heidenheim / Hans-Peter Leitenberger Etwa siebzig Besucher konnte Norbert Pfisterer, erster Vorsitzender des Naturtheaters, zur Ausstellungseröffnung begrüßen.

„Im Theater ist was los“, sang Stephanie Seifert, temperamentvoll am Klavier begleitet von Maddalena Ernst zum Auftakt der Vernissage zu „100 Jahre Naturtheater“ am Montagabend im Schlossmuseum. Etwa siebzig Besucher konnte Norbert Pfisterer, erster Vorsitzender des Naturtheaters, dort zur Ausstellungseröffnung begrüßen.

„Ein sehr lebendiger Verein von Anfang an“ sei das Naturtheater gewesen, so Pfisterer, der einen besonderen Dank an Christian Horn, den Organisator der Ausstellung aussprach. Zusammen mit Bettina Ostermayer und Martina Remlinger sowie zahlreichen anderen Mitwirkenden hätte er „Großartiges geleistet“.

Ohne moderne Hilfsmittel

Helmut Kuhn, Ehrenvorsitzender des Naturtheaters, das vor 100 Jahren als „Volkskunstvereinigung“ ins Leben gerufen worden war, bot danach einen spannenden und humorvollen Ausflug in die Vereinsgeschichte.

Nach dem damaligen Vorbild Ötigheim baute man eine Freilichtbühne und schaffte es, in drei Monaten Bauzeit eine Zuschauerhalle zu errichten, „ohne Liebherr“ und andere moderne Hilfsmittel. Kuhn selbst kam 1947 zum Theater, spielte aber nur zwei Rollen, weil ihn die Technik „mehr interessierte“. Bis zu 75 000 Besucher pro Saison seien in den 1950er-Jahren keine Seltenheit gewesen. „Aber Kultur trägt sich nicht allein“, so Helmut Kuhn, der den Förderverein und die Sponsoren wie die Hugo-Rupf-Stiftung und die Stefan-Doraszelski-Stiftung besonders würdigte. Und wie denken die Heidenheimer heute über das Naturtheater? „Sie sind zufrieden mit der alten Dame und stolz auf das, was die da oben leisten“, schloss der agile Neunziger seine Ausführungen.

Vieles unter Denkmalschutz

Der Song „Theater“, engagiert vorgetragen von Josefine Eckle und Maddalena Ernst erzählte anschließend vom Theater als „Himmel und Hölle zugleich“. Marianne Teicher, Martha Munz und Bettina Ostermayer beschrieben sodann mit viel Wortwitz und Humor die Vorbereitungen zu der imposanten Ausstellung. Das Schlossmuseum als „unmittelbare Nachbarschaft“ zum Theater hätte sich als Ausstellungsort angeboten. Viel Zeit habe man investiert, nicht nur Bilder, Plakate und Requisiten hätten gesichtet werden müssen. Viele freie Arbeitstage seien da geopfert worden. Und vieles sei zudem unter Denkmalschutz, „so wia mir“, kam es fast stolz.

Ein Dank ging an den „Kopf“ Christian Horn, und Manfred Lohmüller bekam für seine „Schlüsselposition“ in dem Geschehen für seine Schließdienste ein mächtiges Schließgerät um den Hals gehängt. Die musikalische Einlage „Du bist in Ordnung Charlie Brown“ zeigte am Schluss einen lebendigen Einblick in das beachtliche darstellerische Niveau der jungen Theaterleute. Da kann in den nächsten 100 Jahren bei der „alten Dame“ wohl nichts schiefgehen.

Ausstellung „100 Jahre Naturtheater“

Eine Auswahl aus alten Requisiten, Kostümen, Plakaten, Bühnenmodellen und Textbüchern wird bis 31. Oktober im Museum Schloss Hellenstein zu sehen sein. Jeden Monat gibt es zudem auch Führungen: 20.4. (14 Uhr), 18.5. (14 Uhr), 1.6. (14 Uhr), 29.6. (17 Uhr), 13.7. (17 Uhr), 17.8. (17 Uhr), 7.9. (14 Uhr) und 26.10. (14 Uhr). Zudem auch am Schlossberg-Erlebnistag, 26.5., um 11 und 14 Uhr. Anmeldung unter Tel. 07321.43381 oder unter Tel. 07321.92550.