Heidenheim IG Metall streitet für mehr Geld und Flexibilität in Textilbranche

Die Heidenheimer Textiler waren bei der Kundgebung in Neu-Ulm stark vertreten.
Die Heidenheimer Textiler waren bei der Kundgebung in Neu-Ulm stark vertreten. © Foto: privat
Heidenheim / pm/kf 17.01.2019
Laut IG Metall brauchen die Arbeitgeber Druck - die Gewerkschaft plant daher weitere Aktionen im laufenden Tarifstreit.

Nachdem die erste Verhandlungsrunde in der Tarifauseinandersetzung der Textilindustrie ohne Angebot der Arbeitgeber endete, kamen zur zweiten Verhandlungsrunde diese Woche in Neu-Ulm knapp 400 Beschäftigte der Textilbranche zu einer Kundgebung vor dem Verhandlungsort zusammen, darunter auch zwei volle besetzte Reisebusse aus Heidenheim mit Beschäftigten der Firmen Hartmann, Steiff, Ratgeber und Ziegler.

Die Beschäftigten der Textilindustrie fordern 5,5 Prozent mehr Entgelt, einen neuen Tarifvertrag Altersteilzeit mit verbesserten Konditionen und Wahloptionen für freie Tage für Beschäftigte.

Die Stimmung vor dem Verhandlungsort sei gut gewesen, das Verhandlungsteam der Arbeitgeberseite habe die Forderungen der Beschäftigen lautstark mitbekommen, heißt es vonseiten der Heidenheimer IG Metall. „Die Betriebe haben in den letzten Jahren saftige Gewinne eingefahren, die Konjunktur bleibt weiter stabil, die Auslastung ist gut“, begründet Verhandlungsführer Manfred Menningen die Forderungen der IG Metall. „Die Arbeitgeber tun gut daran, sich als attraktive Branche zu präsentieren.“

Die zweite Verhandlungsrunde habe mit einem mickrigen Angebot der Arbeitgeber geendet, so die Einschätzung der Heidenheimer IG Metall. Es sieht einen Nullmonat und weitere sechs Monate Einmalzahlungen vor. Ab September 2019 soll es eine Erhöhung von 1,7 Prozent und ab September 2020 eine weitere Erhöhung um weitere 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von insgesamt 28 Monaten geben. Weitere Verbesserungen bei der Altersteilzeit und bei der Arbeitszeitsouveränität lehnten die Arbeitgeber ab.

„Dieses Sparangebot zeigt: „Die Arbeitgeber brauchen Druck“, so Maja Reusch von der IG Metall Heidenheim. Die Gewerkschaft sei darauf vorbereitet und plane derzeit weitere Aktionen.

Der Arbeitgeberverband Südwesttextil sprach indes von einem „verantwortbaren Angebot“ und verwiesen darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage in den Betrieben spürbar verschlechtere. Die Verhandlungen werden am 12. Februar in Bielefeld fortgesetzt.

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