Heidenheim HVG will auch Randlagen am Wochenende mit Bussen anfahren

Die Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) ist Drehkreuz des Stadtverkehrs, der jetzt vor allen Dingen an Wochenenden noch verbessert werden soll.
Die Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) ist Drehkreuz des Stadtverkehrs, der jetzt vor allen Dingen an Wochenenden noch verbessert werden soll. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Andreas Uitz 10.07.2018
Die HVG wird ab August auch Randlagen am Wochenende mindestens stündlich mit Bussen anfahren. Die Fahrpreise sollen trotz fehlender Zuschüsse stabil bleiben.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) gewinnt auch in Heidenheim immer mehr an Bedeutung. Denn nicht nur Umweltgesichtspunkte sondern auch teils übervolle Straßen, Staus und Parkplatzmangel bringen viele Menschen dazu, auf den Bus umzusteigen.

Der Stadtbusverkehr, der von der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft (HVG) betrieben wird, bietet zu vielen Zeiten sehr gut vertaktete Verbindungen in die verschiedenen Stadtteile an. Doch das hat auch seinen Preis. Einerseits müssen die Nutzer natürlich Fahrkarten kaufen, doch bisher gaben Landkreis und Stadt Heidenheim auch Zuschüsse an das Unternehmen um den Stadtbusverkehr zu unterstützen.

Ab dem 1. August keine Zuschüsse mehr

„Natürlich war der ÖPNV wie in den meisten Städten auch hier ein Zuschussgeschäft“, sagte Landrat Thomas Reinhardt. 500.000 Euro steuerten Landkreis und Stadt jährlich bei, wobei der städtische Anteil bei 70 Prozent lag. Doch ab dem 1. August wird die HVG eigenwirtschaftlich arbeiten, also keine Zuschüsse mehr erhalten.

Das Unternehmen hatte den Zuschlag auf eine EU-rechtliche Ausschreibung fürs Linienbündelungskonzept erhalten.

In dieser Ausschreibung waren nicht nur die Ausstattung der Busse und die Linien genau definiert, sonder Bewerber sollten auch Verbesserungen anbieten, etwa die Vertaktung an Wochenenden und andere qualitative Verbesserungen im Stadtbusverkehr.

„Es ist uns wichtig, dass wir den ÖPNV Stück für Stück verbessern und noch mehr Menschen umsteigen“, sagt Oberbürgermeister Bernhard Ilg. Schon jetzt könne man mit dem Stadtbusverkehr sehr zufrieden sein. „Der Erfolg setzte mit dem Bau der ZOH ein, das war die Matrix für das Gelingen des öffentlichen Nahverkehrs.“

Sonntags ab 9 Uhr stündlich auf die Reutenen

Im Vorfeld der Ausschreibung hatte sich der Gemeinderat Gedanken um Verbesserungsmöglichkeiten gemacht und dabei unter anderem Lücken am Samstag und Sonntag bemängelt. Deshalb soll am dem 1. August auch die Taktung an diesen Tagen verbessert werden. „Künftig werden am Sonntag ab 9 Uhr Wohngebiete wie die Reutenen und das Osterholz auch mindestens stündlich bedient“, erklärt Ilg. Außerdem werde der Takt auch an Samstag auf etlichen Linien verbessert. Das sei ein wichtiger Schritt, aber man dürfe trotzdem in der Entwicklung nicht stehenbleiben.

Stehenbleiben will auch HVG-Geschäftsführer Michael Dalhof nicht. „Unserer Kunden wollen ein gutes Angebot. Steigende Fahrgastzahlen und gute Umfrageergebnisse zeigen, das wir das haben“, so Dalhof. Man habe im Laufe der vergangenen 15 Jahre immer wieder Verbindungen und Takte an den Bedarf angepasst und daran werde die HVG auf festhalten. So sollen ab 1. August auch Randlagen an den Wochenenden besser vertaktet und Lücken geschlossen werden.

Einsparungen wirken sich auf Gehälter aus

Doch wie geht das Unternehmen mit den fehlenden Zuschüssen von immerhin einer halben Million Euro jährlich um, wie kann diese Summe kompensiert werden?

„Wir haben mehr Einnahmen dadurch dass wir mehr Fahrgäste, vor allen Dingen auch Erwachsene haben“, erklärt Dalhof. „Aber trotzdem geht es ans Eingemachte und ohne die Mithilfe unsere Mitarbeiter und der Arbeitnehmervertretung hätten wir das Angebot nicht abgeben können“, betont er. Will heißen: die Beschäftigten üben sich in Verzicht, was sich nicht zuletzt beim Gehalt auswirkt. Außerdem muss das Unternehmen Rückgänge bei den Gewinnmargen hinnehmen.

25 Busse bedienen auf neun Linien die Stadtteile und die Innenstadt

Die HVG bedient nicht nur den Stadtbusverkehr in Heidenheim sonder ist im gesamten Landkreis aktiv. Etwa 65 Prozent des Busverkehrs im Kreis werden von der HVG geleistet. Das Unternehmen gehört der Trandev-Gruppe, die weltweit Nahverkehr anbietet.

Insgesamt verfügt die Heidenheimer Verkehrsgesellschaft im Landkreis über 58 Busse, die pro Jahr sechs Millionen Fahrgäste befördern und 2,4 Millionen Kilometer zurücklegen.

Zum Heidenheimer Stadtbussystem gehören neun Linien, die mit 25 Bussen befahren werden. Es besteht seit 2003, seitdem gibt es getaktete Fahrpläne. Zu bestimmten Stoßzeiten fahren die Busse sogar viertelstündlich am Dreh- und Angelpunkt des Stadtbusverkehrs ab, der zentralen Omnibushaltestelle (ZOH).

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