Schnaitheim / hz  Uhr
Zehn Mitglieder des HSV Schnaitheim bereiten sich derzeit auf die südwestdeutsche Meisterschaft im Turnierhundesport in Aalen vor.

Seit seinen Anfängen vor über 30 Jahren gehört der Turnierhundesport zum Trainingsangebot vieler Hundesportvereine. So auch auf dem Kelzberg beim Hundesportverein Schnaitheim, der 2021 sein 100-jähriges Bestehen feiert. Derzeit konzentrieren sich die aktiven Turnierhundesportler des Vereins auf die anstehende südwestdeutsche Meisterschaft, die ausschlaggebend für die Qualifikation zur deutschen Meisterschaft ist. Mehrere hundert Hundesportler aus dem Verbandsgebiet werden daher am 6. und 7. Juli im Aalener MTV-Stadion ihr Können unter Beweis stellen.

Aus Schnaitheim konnten sich zehn Hundesportler qualifizieren. Eine von ihnen ist die 27-jährige Mareike Serwe-Bürger mit ihrer vierjährigen Labradorhündin Coco. Beide konnten sich bereits das dritte Mal in Folge für die südwestdeutsche Meisterschaft qualifizieren. Auf der Geländelaufstrecke sind sie ein eingespieltes Team. Ihre bisherige Bestzeit über die 2000-Meter-Strecke liegt bei 5:45 Minuten.

Wurde über den Winter hauptsächlich Grundlagenausdauer trainiert, stehen seit Anfang März auch wieder Sprinteinheiten auf dem Trainingsplan. „Zur Vorbereitung trainieren Coco und ich drei- bis viermal die Woche zusammen. Davon ein- bis zweimal Ausdauer, eine Sprinteinheit sowie eine Einheit mit Zuggeschirr und Bauchgurt“, erklärt Serwe-Bürger. In ihrer Altersklasse muss sie sich in Aalen mit 35 anderen Starterinnen messen. „Mein Ziel ist es, das Beste rauszuholen und zumindest unter die Top Ten zu laufen“, sagt Serwe-Bürger. Die Chancen hierfür stehen gut, so konnte sich das Team in den vergangenen beiden Jahren auch für die deutschen Meisterschaften der beiden großen deutschen Hundesportverbände qualifizieren.

Waldwege, Wiese und Asphalt

Neben Kondition und Sprintfähigkeit wird für die Meisterschaft auch auf unterschiedlichen Untergründen trainiert. Laufen beide ansonsten auf geschotterten Waldwegen und schmalen Trails, werden jetzt auch kurze asphaltierte Strecken und Wiesen eingebaut. Ebenso wird entlang von flatternden Absperrbändern, Schafzäunen oder bunten Pylonen gelaufen. „Es ist wichtig, dass Coco alle möglichen Absperrungen und Untergründe kennt, damit sie sich am Wettkampf davon nicht ablenken oder irritieren lässt“, so die Sportlerin. Der besondere Reiz am Geländelauf liegt für Serwe-Bürger darin, dass sie ihrer Leidenschaft fürs Laufen zusammen mit ihrem Hund nachgehen kann und beide als Team auftreten.

Eine weitere Variante des Hundesports ist der Vierkampf. Vor 16 Jahren hat sich Gerrit Lux diesem verschrieben. Damals war er 13 Jahre alt. Seither hat er jedes Jahr an der südwestdeutschen Meisterschaft teilgenommen. Sobald der Hundeplatz im Frühjahr wieder schneefrei ist, trainiert Lux viermal die Woche. Den Vierkampf beschreibt er als sinnvolle Auslastung für sich und seine Schäferhündin Nikita. „Es kommt insbesondere auf die Harmonie im Team an, wir können nur gemeinsam gewinnen.“

Im Hinblick auf die Meisterschaft gewinnt vor allem das Training auf anderen Hundeplätzen an Bedeutung. „Auf Meisterschaften sind unsere Hunde mit anders aussehenden Hindernissen, fremden Hunden, größeren Menschenmengen und einer entsprechenden Geräuschkulisse konfrontiert. Sozialverträglichkeit und Gelassenheit gegenüber neuen Situationen sind daher unerlässlich.“, erklärt Lux. Die höchste Punktzahl, die bisher auf einer Meisterschaft erlaufen wurde, liegt bei 290 Punkten. Lux konnte seine persönliche Bestleistung dieses Jahr nochmals steigern und brachte es an der Kreismeisterschaft auf 287 Punkte. Bereits zweimal konnte er die deutsche Vizemeisterschaft nach Schnaitheim holen. Knapp 20 Starter sind es im Juli in seiner Altersklasse „Wenn alles passt, ist es durchaus möglich unter die besten fünf zu laufen.“, freut sich Lux.

Mehr als doppelt so groß ist das Starterfeld der Frauen in dieser Altersklasse. Unter ihnen ist Julia Lux-Andraé, die dieses Jahr erstmals gleich mit zwei Labradoren an den Start geht. Am Vierkampf gefällt ihr, dass im Gegensatz zu anderen Hundesportarten auch sie körperlich gefordert ist und fit bleibt. „Am meisten motiviert mich jedoch die Beziehung, die ich durch den Sport zu meinen Hunden aufgebaut habe. Sie vertrauen meinen Kommandos und Hilfen wie ich darauf vertraue, dass sie diese annehmen und umsetzen. Das ist ein tolles Gefühl.“

Bildergalerie Hundesport in Schnaitheim

Der Vierkampf setzt sich aus Unterordnung, Hürden-, Slalom- und Hindernislauf zusammen. Die vom Leistungsrichter erhaltenen Unterordnungspunkte sowie die in Punkte umgerechneten Laufzeiten werden zu einer Gesamtpunktzahl addiert.