Heidenheim Bahnhofsanlagen: Holländische Gärtner versuchen etwas Neues

Gunter Bergmann (links) und Peter Hesse sind überzeugt davon, dass die Niederlande in gärtnerischer Hinsicht weitaus mehr Buntes zu bieten haben als Tulpen aus Amsterdam.
Gunter Bergmann (links) und Peter Hesse sind überzeugt davon, dass die Niederlande in gärtnerischer Hinsicht weitaus mehr Buntes zu bieten haben als Tulpen aus Amsterdam. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Michael Brendel 04.12.2018
Im Auftrag der Verwaltung bepflanzt und pflegt eine holländische Firma Beete mit Stauden.

Seit Jahren gibt sich Heidenheim vor allem in den Sommermonaten an vielen Stellen einen grünen Anstrich: Pflanzen winden sich an Laternenmasten in die Höhe, Blumenwiesen säumen Straßen, auf mit mageren Böden und Kies versehenen Verkehrsinseln sorgen Stauden für eine Alternative zu einstmals asphaltierten Flächen – Silbersommer genannt.

Die Idee dazu stammt von Gunter Bergmann, dem Leiter des städtischen Geschäftsbereichs Grünflächenpflege und -unterhaltung. Und so verwundert es nicht, dass er auch bei einer Neuerung seine Finger im Spiel hat, die kommendes Jahr in den Bahnhofsanlagen zu sehen sein wird: „Flower Your Place“ (FYP) nennt sich ein in den Niederlanden ansässiges Unternehmen, das im Auftrag der Verwaltung ein Beet entlang der Marienstraße mit Staudensorten bestückt.

Gut zwei Dutzend sollen es sein, von der Katzenminze über Geranien bis zur Fetthenne und zu Lampenputzergräsern.

Längere Blütezeit

Selbstformuliertes Ziel von FYP: möglichst viel Grün und Farbe für das verfügbare Budget ohne große Risiken. Eine Zusage, die auch Stadtplaner Peter Hesse überzeugt. Weil die Stauden zu unterschiedlichen Zeiten blühen, wird der Park länger markante Farbtupfer aufweisen.

FYP hat die ausgewählte Fläche mit einem Substrat versehen, das aus dem Schwarzwald kommt. Die Pflege, voraussichtlich zehn Durchgänge pro Jahr, übernehmen hiesige Gärtnerbetriebe. Die Pflanzen sollen über den Winter hinaus stehenbleiben, jeweils erst im Frühjahr abgeschnitten und an Ort und Stelle gemulcht werden.

Vorteil laut Hesse: „Das ist natürlicher als ein reiner Sommerflor, weil Tieren, und dabei vor allem Insekten, über eine deutlich längere Zeit hinweg ein Lebensraum geboten wird.“ Das Gießen der Stauden übernimmt die Stadt, da sie mit ihren Bewässerungsfahrzeugen, die an anderer Stelle ohnehin im Einsatz sind, bei Bedarf am schnellsten reagieren kann. Kosten für das komplette Paket: 10 000 Euro in den kommenden beiden Jahren.

Eine weitere Versuchsfläche ist die Insel des Kreisverkehrs zwischen Virchow- und Albert-Schweitzer-Straße. Sollten sich die Stauden auch dort bewähren, könnte das Konzept Bergmann zufolge auf zusätzliche Ecken in der Heidenheimer Innenstadt ausgedehnt werden.

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