Heidenheim 2,5 Millionen Euro für die Sporthalle auf den Reutenen

Strahlende Gesichter gab’s gestern beim Spatenstich.
Strahlende Gesichter gab’s gestern beim Spatenstich. © Foto: Christian Thumm
Heidenheim / Michael Brendel 12.09.2018
Rund zweieinhalb Millionen Euro sollen bis 2020 in die Generalsanierung der SVM-Sporthalle auf den Reutenen gesteckt werden. Gestern fiel mit dem Spatenstich der Startschuss.

Knapp 1900 Mitglieder in 14 Abteilungen: Der Sportverein Mergelstetten ist zahlenmäßig die Nummer vier im Stadtgebiet hinter dem HSB, dem FCH und der TSG Schnaitheim. Entsprechend groß nimmt sich der Bedarf an Trainingsmöglichkeiten aus. Und diesbezüglich hat der SVM erheblichen Nachholbedarf, wie der Vorsitzende Thomas Bassmann betont: „Ein Drittel unserer Mitglieder sind Kinder und Jugendliche, außerdem wächst der Fitness- und Gesundheitsbereich immer weiter. Dafür benötigen wir viel Platz.“

Der bislang auf den Reutenen vorhandene reicht nicht mehr aus, zumal dort auch der Turnunterricht der nahegelegenen Grundschule stattfindet. Deshalb machte sich die Vereinsführung vor zwei Jahren in Abstimmungen mit den verschiedenen Abteilungen daran, den künftigen Bedarf zu ermitteln und ihn anschließend mit konkreten Vorstellungen für eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Erweiterung zu verknüpfen.

„Es ist sehr eng, deshalb mussten wir auch dringend etwas tun“, umreißt Bassmann die Ausgangslage, die neben der Vorstandschaft und dem Hauptausschuss des Vereins auch die Stadt Heidenheim und der Württembergische Landessportbund (WLSB) als Geldgeber nicht in Zweifel zogen. Hinzu kommt der bauliche Zustand des 1973 eingeweihten und später Richtung Westen erweiterten Gebäudes.

Drei Bauabschnitte

So wurden zunächst vier Varianten entworfen, darunter der Bau einer Einfeldhalle. Diese war allerdings schnell vom Tisch, hätte sie doch Einschnitte in die Tennisplätze bedeutet. Schlussendlich fiel die Entscheidung für das jetzt im Generalplan Reutenen beschriebene Vorgehen in drei Stufen.

Der obligatorische Spatenstich bedeutete gestern Vormittag den Startschuss für den ersten Bauabschnitt. Er umfasst ebenerdig Umkleide- und Sozialräume aus Stahlbeton mit einer Gesamtfläche von 60 Quadratmetern, darüber einen Gymnastikraum mit 154 Quadratmetern. Hierbei handelt es sich laut Ralf Streicher vom Ingenieurbüro Fleischer und Streicher um eine Holzständerkonstruktion.

Fertigstellung Im Frühjahr

Dieser erste Teil des Gesamtprojekts soll im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein. Er schlägt mit voraussichtlich 680 000 Euro zu Buche. „Wir sind uns als Vorstand der Verantwortung bewusst, den wir uns durch den Umgang mit den Fördermitteln und unserem Eigenkapital ans Bein binden“, versicherte Bassmann, „aber all das dient ja dazu, den SVM zukunftssicher zu machen.“

OB Bernhard Ilg attestierte den Verantwortlichen, die Bedürfnisse von Hobby- und Leistungssportlern schon immer „auf vortreffliche Weise“ in Einklang zu bringen. Auch mit der nun begonnenen Erweiterung zeige der SVM, dass er sportlichen und gesellschaftlichen Weiterentwicklungen gerecht werde. Die Stadt schätze „diese Kontinuität in der Sache“, weshalb der Verein auch der nächste in der Reihe derer sei, die bei ihren Investitionen unterstützt würden.

Alles in allem schlägt das Vorhaben mit rund zweieinhalb Millionen Euro zu Buche. Eingeschlossen sind die beiden folgenden Bauabschnitte mit der Rundumsanierung der bestehenden Halle, die auch ein neues Dach erhält, sowie einer Geschäftsstelle samt Schulungsraum. Die letzte Bauphase ist für 2020 geplant. In die Kalkulation fließen mehr als eine Million Euro seitens der Stadt ein, hinzu kommen 230 000 Euro vom WLSB. Sportkreis-Präsident Klaus-Dieter Marx zeigte sich zuversichtlich, dass das bald der Fall ist: „Die Zuweisungen erfolgen heute viel schneller als früher.“

Ulrike Monz, Chefin des gleichnamigen Mergelstetter Bauunternehmens, hob die Bedeutung der Hallenerweiterung für die Jugendarbeit des Vereins hervor. Dass erfreulicherweise eine ortsansässige Firma den Zuschlag erhalten habe, sei nicht auf persönliche Beziehungen zurückzuführen, fügte Bassmann an. Alleiniges Entscheidungskriterium sei vielmehr das Angebot hinsichtlich Kosten und Termin gewesen.

Heimat auf den Reutenen

45 Jahre hat die SVM-Sporthalle auf den Reutenen auf dem Buckel. Am 20. Juli 1973 wurde das rund 600 000 Mark teure Bauwerk eingeweiht. 210 000 Mark steuerte die Stadt bei, den Rest stemmte der Sportverein größtenteils aus Eigenmitteln, Spenden, Arbeitsdiensten und Zuschüssen.

Grünes Licht für das Vorhaben hatte die Hauptversammlung bereits am 10. Januar 1970 gegeben. Die reine Bauzeit für die 24 mal zwölf Meter große Halle betrug dann etwas mehr als eineinhalb Jahre. Dem damaligen SVM-Vorsitzenden Georg Mayer zufolge hatte der Verein mit der Fertigstellung endlich eine Heimat auf den Reutenen gefunden – nachdem in den vorangegangenen fast 100 Jahren viermal der Sportplatz und dreimal die Turnräume gewechselt worden waren.

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