Heidenheim / Sandra Gallbronner Auch aufgrund der trockenen Witterung im vergangenen Jahr konnten die städtischen Betriebe Kosten einsparen. Zudem setzt die Stadt weiterhin verstärkt auf Blühflächen.

Hitze, Dürre und viel Sonne – der Sommer 2018 hat Maßstäbe gesetzt. Dennoch: Das wärmste Jahr war das zurückliegende seit Beginn der Wetteraufzeichnung nicht. Diesen Rekord hält nach wie vor das Jahr 2003. Dafür sei 2018 aber das trockenste Jahr der vergangenen Jahrzehnte gewesen, hielt Gunter Bergmann, der Leiter der städtischen Betriebe fest, als er dem Technik- und Umweltausschuss des Gemeinderats den Grünflächenpflegebericht 2018/2019 vorstellte.

Anders als man zunächst vermuten mag, bringt Wärme und Trockenheit den städtischen Betrieben nicht nur Ärger und zeitlichen Mehraufwand. „Wechselflor, Gehölze und Rasenflächen sind hervorragend gediehen“, so Bergmann. Bei den Kosten konnte aufgrund der trockenen Witterung teilweise sogar eingespart werden, etwa bei der Spielplatzerhaltung.

Trockenheit ist gut für’s Holz

Das gute Wetter habe dafür gesorgt, dass weniger Geräte und Fallschutz aus Holz von Fäulnis befallen wurden, sagte der städtische Betriebsleiter: „Trockenes Wetter ist gut für holzartige Materialien.“ Statt der geplanten 100 000 Euro wurden 2018 rund 85 000 Euro für den Erhalt der Spielplätze ausgegeben.

Auch bei der Baumunterhaltung konnten mit 11 000 Euro knapp 16 Prozent der geplanten Ausgaben eingespart werden. Die Baumpflegegruppe wurde im vergangenen Jahr jedoch vom Eichenprozessionsspinner auf Trab gehalten. Bei der trockenen Witterung konnte sich der Falter gut entwickeln. Insbesondere die Eichen am Waldfriedhof waren stark betroffen.

In den vergangenen Jahre habe man die Raupen mit einem Gerät auf einer Höhe von bis zu 30 Metern abgesaugt, so Bergmann. Für 2019 habe man sich dazu entschlossen, den Eichenprozessionsspinner vorbeugend zu bekämpfen. Eine Fachfirma spritzt ein biologisches Mittel mit einem Populationshemmer auf die Bäume. Sobald die Raupen damit in Kontakt kommen, tritt ein Fraß- und Entwicklungsstopp ein, sodass weitere Eiablagen verhindert werden und die Raupen nach wenigen Tagen sterben. Die gefährlichen Brennhaare können sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr entwickeln.

Grünen-Stadtrat Hans Kurowski schlug vor, das Bekämpfungsgerät auch im Stadtwald einzusetzen: „Letztes Jahr waren die Eichen dort teilweise total abgefressen.“ Doch Bergmann sieht hierfür keinen Anlass: „Der Eichenprozessionsspinner hat forstwirtschaftlich keine Bedeutung.“ Den Eichen schade es nicht, wenn sie abgefressen werden.

Bei der Pflege der städtischen Grünflächen wurden 2018 statt der geplanten 190 000 Euro nur rund 185 000 Euro ausgegeben. Der Trend zu mehr Blühflächen statt Wechselflor sorgte für weniger Kosten. Allerdings mussten mehr Aufgaben an Fremdfirmen vergeben werden, wodurch die veranschlagten Kosten hierbei etwa um ein Viertel stiegen. Der Grund: krankheitsbedingte Ausfälle eigener Maschinenführer.

Große Probleme gebe es zudem dabei, Saisonkräfte zu finden, die im Gartenbereich arbeiten wollen, so Bergmann: „Ich bin froh, dass wir jetzt endlich ein paar Bewerbungen haben.“

Auch auf den Friedhöfen haben die städtischen Betriebe einiges vor: Auf dem Totenberg wird die Kriegsgräberanlage umgestaltet und der Wegebau fortgeführt. Für Großkuchen ist derzeit ein Urnengemeinschaftsgrab in Planung, in Schnaitheim wird der Hochweg umgebaut. Auf dem Waldfriedhof sowie dem Totenberg sollen neue Grabformen wie Rasenurnengräber und Baumgräber zur Verfügung gestellt werden.

Bei der Verkehrsinsel in der Mittelrainstraße wurden im vergangen Jahr neue Leitungen für die Straßenbeleuchtung verlegt. Dadurch wurde die Fläche in Mitleidenschaft gezogen. Anstatt eines Rasens sollen dort künftig Blumen blühen.

Staudenpflanzen auf Grünfläche

Bunte Blumen gibt es auch im Staudenpflanzen-Beet in den Levillain-Anlagen, das Ende 2018 vom einem Dienstleister angelegt wurde. Abgesehen vom Gießen wird es zwei Jahre lang vom Anbieter gepflegt. „Anschließend sollte das Beet soweit zugewachsen sein, dass wir es mit unseren Mitarbeitern weiter unterhalten können“, sagt Bergmann. Zudem sollen auf der 2018 in Heidenheim angelegten Lilienwiese neue Sommerblumen gesäht werden.

Von der Vergrößerung der Blühflächen zeigt sich SPD-Stadträtin Renate Klement-Schmidberger angetan: „Es bleibt Geld übrig, weil man sie nicht so intensiv pflegen muss.“ Zudem wirke man damit dem Insektensterben entgegen. Dabei stellte sich der SPDlerin die Frage, wieviel Fläche mit Blumensamen belegt worden sind. Auf den Blühflächen seien Initialsaaten, die einen höheren Blumenanteil enthalten, auf einem halben Hektar in Heidenheim verteilt worden. „Wir wollen in Zukunft gerade an den Rändern noch weniger mähen, sodass die Blühflächen größer werden.“

Zahlen und Fakten zur Grünpflege

296,61  Hektar an Grünanlagen haben die städtischen Betriebe 2018 gepflegt. Damit bewegt sich die Fläche auf einem ähnlich hohem Niveau wie in den Jahren zuvor. Die Pflegeflächen unterteilen sich in 228,5 Hektar mähbare Flächen, 49,67 Hektar Pflanzflächen und 18,71 Hektar sonstige Flächen.

Um 13 635 Bäume kümmern sich die städtischen Betriebe derzeit. Im vergangenen Winter wurden nur 58 Bäume gefällt. Derweil wurden vor allem beim Siebenbürgenweg und in der Römerstraße neue Bäume gepflanzt.

148 Spiel- und Bolzsplätze gibt es in Heidenheim und seinen Ortsteilen.