Lokschuppen Heilig Abend: Menschen aller Kulturen zum Essen und Feiern eingeladen

Gastro-Profi mit sozialer Ader: In der Mevlana-Moschee kochte Hüseyin Perktas 2015 für Flüchtlinge auf.
Gastro-Profi mit sozialer Ader: In der Mevlana-Moschee kochte Hüseyin Perktas 2015 für Flüchtlinge auf. © Foto: Archiv/sb
Heidenheim / Erwin Bachmann 14.12.2017
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Hüseyin Perktas lässt sich das nicht zweimal sagen: Einmal mehr betätigt sich der Heidenheimer Unternehmer als Türöffner und lädt Menschen aller Nationalitäten, Kulturen und sozialer Schichten am 24. Dezember ein, gemeinsam Heilig Abend zu feiern. Mit Essen und Trinken, „so viel Sie wollen“.

Es sind die Tore des Lokschuppens, die der Döner-Fabrikant aufmachen wird. Dort sollen alle zusammenkommen können: Singles oder Familien, Alte, Jugendliche oder Kinder, Obdachlose oder Flüchtlinge, Einsame und auch solche, die offen sind für die Begegnung mit Menschen, die nicht zu ihrem alltäglichen Umfeld zählen.

„Alle Menschen dürfen kommen, unabhängig ihrer Herkunft“ sagt Perktas, „alle Religionen dürfen zusammen feiern“ – wobei ihm wichtig ist, dass die Feier ungeachtet ihres multikulturellen Hintergrunds eine christliche ist. Der von Helfern geschmückte Lokschuppen wird von 15 bis 19 Uhr geöffnet sein, es gibt Kaffee und Kuchen, Gebäck und (alkoholfreie) Getränke, und ab 17 Uhr wird das Essen serviert. Der Saal bietet für bis zu 300 Besuchern Platz, doch der Veranstalter hat sich vorgenommen, gleich für 600 Personen aufzukochen, weil man auch für zwei essen und gern auch eine Portion mit nach Hause nehmen kann.

Hüseyin Perktas freut sich sehr, dass die Stadt den Lokschuppen mietfrei zur Verfügung stellt – eine Entscheidung, die Oberbürgermeister Bernhard Ilg wiederum leicht gefallen ist, weil er um die Intention des Organisators weiß. Den charakterisiert er als „wahren Menschenfreund, der aus Tradition mit anderen Menschen teilt“.

Die Großveranstaltung verlangt dem großherzigen Wohltäter einiges ab, doch der ist zuversichtlich. Zum einen baut er auf Gott („er hat mich noch nie im Stich gelassen“), zum anderen auf viele treue Helfer und zum Dritten auf eine reiche Erfahrung. Der 62-Jährige war einst Vater des Festivals „Zwischen Bosporus und Brenz“, hat Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen organisiert und den Erlös der Aktion „Freunde schaffen Freude“ gespendet, kümmerte sich als Pächter der Konzerthausgaststätte um Alleinstehende und Obdachlose und hat jüngst mehr als 1000 Flüchtlinge bewirtet.

Denn Perktas, „der Türke“, wie er als Oberkellner im „Hennennest“ oft genannt worden ist, kam 1980 als türkischer Gastarbeiter nach Heidenheim und weiß, wie es sich anfühlt, allein der Fremde zu sein. Er hat aber auch erlebt, dass Einheimische ihre Türen und Herzen öffneten.

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