Rückblick Heidenheims erste Ampel konnte nur schwarz-weiß

Von 1958 bis circa 1963 hing die Ampel an der Kreuzung Berg-/Wilhelmstraße. Danach wurde sie entsorgt, denn die Zeit der moderneren Ampeln war auch in Heidenheim gekommen.
Von 1958 bis circa 1963 hing die Ampel an der Kreuzung Berg-/Wilhelmstraße. Danach wurde sie entsorgt, denn die Zeit der moderneren Ampeln war auch in Heidenheim gekommen. © Foto: Archiv HZ
Heidenheim / Catrin Weykopf 08.07.2018
Anfang der 1950er-Jahre begann die Ära der Ampeln im Verkehr der Stadt. Den Anfang machte man am Eugen-Jaekle-Platz. So hat’s funktioniert:

Induktionsschleifen im Boden, computergesteuerte Schaltpläne und je nach Verkehrslage unterschiedlich lang dauernde Grün- und Rotphasen: Was heute zum Standard in der Verkehrsstechnik gehört, wurde in den 1950er-Jahren noch auf Sicht und von Hand gesteuert. Genauer: Von einem Verkehrspolizisten, der in einem Häuschen am Eugen-Jaekle-Platz saß und von dort aus ab 1951 Heidenheims erste Ampel bediente.

Ihren Namen hatte die so genannte „Heuer-Ampel“ von Josef Heuer, ihrem Erfinder, der den Apparat Ende der 1920er-Jahre in Iserlohn erfunden hatte.

Angebracht war das Heidenheimer Exemplar an einer Überspannung mitten über der Kreuzung. Der Verkehrsfluss wurde mit Hilfe von Zeigern geregelt: Senkrecht bedeutete im heutigen Muster grün und waagrecht hieß rot.

Am Eugen-Jaekle-Platz wurde die Heuer-Ampel zuerst aufgehängt.
Am Eugen-Jaekle-Platz wurde die Heuer-Ampel zuerst aufgehängt. © Foto: Archiv HZ

Nach sieben Jahren an Heidenheims meistbefahrener Kreuzung zog die Ampel an die Kreuzung Berg-/Wilhelmstraße um. Doch 1962/63 wurde sie auch dort ausrangiert. In der Zwischenzeit nämlich war die Zeit für modernere, lichtgesteuerte Ampeln gekommen wie man sie noch heute kennt.

Gerader Strich bedeutet Grün: In einem alten Fahrschullehrbuch wurde die Heuer-Ampel erklärt.
Gerader Strich bedeutet Grün: In einem alten Fahrschullehrbuch wurde die Heuer-Ampel erklärt. © Foto: Archiv HZ

Doch es stellt sich die Frage: Wann wird auch ihre Zeit abgelaufen sein? Wird man sie im Zeitalter selbstfahrender Autos noch benötigen? Gerhard Horlacher vom städtischen Bauamt sieht noch kein Ende der Ampel-Ära im Verkehr. „Zum einen wird es Jahre dauern, bis alle Autofahrer in selbstfahrenden Autos unterwegs sind“, sagt er.

Zum anderen sei die Frage, ob es selbst dann ohne Ampeln gehen wird, denn auch in Zukunft wird es Fußgänger und wahrscheinlich auch Radler geben, die Straßen überqueren wollen – und das muss geregelt werden. „Außer, wir fliegen in einigen Jahren mit kleinen Quadrokoptern überall hin“, fügt er an – mit einem Grinsen, versteht sich.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel