Heidenheim Die 4. industrielle Revolution wird in der WCM vorangetrieben

Peter Schmidt ist der Manager des Digitalisierungszentrums mit seinen drei Standorten in Ostwürttemberg. Seit 2011 ist er bereits für die IHK tätig.
Peter Schmidt ist der Manager des Digitalisierungszentrums mit seinen drei Standorten in Ostwürttemberg. Seit 2011 ist er bereits für die IHK tätig. © Foto: Günter Trittner
Heidenheim / Günter Trittner 13.08.2018
Auf dem WCM-Gelände, wo die erste industrielle Revolution in Heidenheim Fuß gefasst hat, wird ab Oktober die vierte industrielle Revolution vorangetrieben.

Fristgerecht ist vor wenigen Tagen der Förderantrag an das Wirtschaftsministerium des Landes abgegangen. Und wenn Stuttgart nicht noch Fragen hat, kann bereits am 1. Oktober dieses Jahres das Digitalisierungszentrum Ostwürttemberg seinen Betrieb aufnehmen. Auf drei Jahren verteilt gibt das Land eine Million Euro, damit an den drei Standorten Heidenheim, Aalen und Schwäbisch Gmünd Wissen im Bereich der Digitalisierung gewonnen und verbreitet werden kann. Hinter dem Vorhaben stehen die Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg und als Konsortialpartner die Landkreise Heidenheim und Ostalb. Diese wollen das Zentrum sogar auf zehn Jahre finanzieren. „Wir wollen nachhaltig etwas machen“, sagt Peter Schmidt, der bei der IHK in der Innovations- und Technologieberatung tätig ist. Zusammen mit Sarah Wörz als Assistentin wird er das Zentrum leiten. Digitalisierung betreffe nicht nur die Arbeitswelt, sie ist ein gesellschaftliches Thema, sagt Schmidt. Entsprechend sind als Zielgruppe für das Digitalisierungszentrum nicht nur Unternehmen anvisiert.

Neu für die gesamte Region

Einen großen Beitrag zum Zentrum leistet auch die Stadt Heidenheim, welche die Räumlichkeiten dafür schaffen wird. So wird das Erdgeschoss der gelben Halle auf dem WCM-Gelände hergerichtet und die benachbarte ehemalige Senge gerade saniert. Beide zusammen sollen zum Treffpunkt aller werden, die mit virtueller Realität Erfahrung haben oder solche gewinnen wollen. „Wir erfinden hier das Rad nicht neu“, weiß Schmidt, aber was hier aufgebaut wird, werde neu für die Region sein.

Neu ist auch dass das Digital Hub Ostwürttemberg von Beginn an wissenschaftlich durch das Aalener Institut für Unternehmensführung an der Hochschule Aalen begleitet wird. „Wir wollen wissen, was die Maßnahmen bewirken. Das muss für die Unternehmen einen Mehrwert haben. Sonst macht es ja keinen Sinn.“

Schmidt hofft auch, dass das Zentrum einen Beitrag leisten kann, die Ängste abzubauen, welche mit dem Begriff der Digitalisierung einhergehen. „Es wird oft der Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet.“ Es gelte also zu zeigen, was die Digitalisierung für jeden Einzelnen bedeutet und wo ihre Chancen sind.

Gründergeist wecken

Durchaus möchte man in Heidenheim mit dem Zentrum einen Gründergeist wecken und fördern. Entsprechend wird auch das Erdgeschoss der Gelben Halle, in dessen erster Etage die Zukunftsakademie beheimatet ist, als Co-Working-Space gestaltet, einer offenen und flexiblen Fläche für offene Kontakte, miteinander arbeiten und miteinander sprechen. Hier kann auch Bürofläche angemietet werden- Die Senge wiederum wird zur „Maschinenhalle“ der virtuellen Realität. Auf dem Ausstattungsplan des Makerspace stehen 3-D-Drucker, 3-D-Scanner, eine Dreh- und Fräsmaschine und vor allem ein Showroom für virtuelle Realität. Schmidt, der Industriemechaniker gelernt und Wirtschaftsingenieurwesen studiert hat, verspricht sich besonders von diesem Labor viel. „Wir wollen zeigen, wie sich virtuelle Techniken im Maschinenbau einsetzen lassen können.“

An die 20 Unternehmen gehören dem Digitalisierungsausschuss der IHK an. Diese bilden auch mit den Hochschulen feste Knoten in dem Netzwerk, das den Wissensaustausch in Sachen Digitalisierung bewerkstelligen soll. „Wir haben die richtigen Partner mit an Bord.“

Es soll aber nicht nur jung von alt lernen. Schmidt hat einen Digitalen Rütteltest auf seiner Agenda, den junge Start-up-Unternehmen an schon lange am Markt tätigen Unternehmen ansetzen, um zu sehen, wo diese Abläufe optimieren können. Eine weitere Idee ist das Auftreten von Marktscouts, welche Serviceleistungen im 3-D-Bereich für Maschinen vorstellen. Schmidt ist sicher, dass hier ein Markt entsteht, wo Geld verdient werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt des Digitalzentrums wird die Datensicherheit sein. „Das ist ein Riesenthema für alle.“

Ostwürttemberg ist nicht der Nabel der Welt. Da gibt sich Peter Schmidt keinen Illusionen hin. Aber, „wir haben hier tolle Unternehmen mit Weltruf, wir haben tolle Hochschulen, eine gute Infrastruktur und eine tolle Vernetzung. Jeder kennt hier jeden.“ Warum also sollte nicht das Digitalisierungzentrum Strahlkraft nach außen entwickeln, so seine Frage. Schmidt jedenfalls möchte auch den Austausch mit anderen vergleichbaren Einrichtungen pfelgen und dies auch auf internationaler Ebene.

Für die Region „etwas völlig Neues“ ist der Co-Working-Space im Ballenlager, für den sich auch Heidenheims Wirtschaftsförderer Georg Würffel stark gemacht hat. Schmidt weiß, dass hier zum Mittun noch stimuliert werden muss. Kreative und Kundige sollen hier branchenübergreifend zusammenkommen und, wenn man so will, eine Bürogemeinschaft bilden. Hier soll man die Möglichkeit haben, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und lernen im anderen nicht den Konkurrenten, sondern den Verbündeten für bessere Lösungen sehen. „Das muss sich etablieren, dazu muss man die Leute auch heranführen“, so Schmidt.

Guter Rat für Unternehmen

Und nicht zuletzt wird es eine Hauptaufgabe des neuen Digitalisierungszentrums sein, Unternehmen zu beraten, wo und wie sie Prozesse in ihrer Firma auf die neuen Techniken umstellen können. Wie gehe ich vor, wie mache ich das? Auf Fragen dieser Art soll es in Heidenheim ab Oktober eine Antwort geben. Zur Eröffnung erhofft man sich den Besuch von Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

Zwölf Zentren gibt es in Baden-Württemberg

Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut verspricht sich von den Digitalisierungszentren Innovationen in ganz Baden-Württemberg. Im Rahmen der Initiative Wirtschaft 4.0 konnten sich Städte, Landkreise und weitere Akteure als Digital Hubs mit einer Förderung von jeweils bis zu einer Million Euro bewerben. Beim Digitalgipfel in der Carl-Benz-Arena in Stuttgart hat die Ministerin im Februar die Gewinner der Ausschreibung verkündet.

Gefördert werden die Digitalisierungsregion Ulm, Alb-Donau und Biberach, zu der auch Ehingen gehört, das Digitalisierungszentrum Ostwürttemberg in Heidenheim und das DNS – DigitalHub Neckar-Alb und Sigmaringen, organisiert von der IHK Reutlingen. Außerdem dabei: Das Digital Hub kurpfalz@bw in Heidelberg, ZD.BB Zentrum für Digitalisierung Böblingen, Heilbronn-Franken connected in Künzelsau, Digital Mountains in St. Georgen, DIGI HUB Südbaden in Freiburg, RESPOND in Calw und Digital Hub Bruchsal-Kraichgau.

Zwölf Hubs im Land

Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut verspricht sich von den Digitalisierungszentren Innovationen in ganz Baden-Württemberg. Im Rahmen der Initiative Wirtschaft 4.0 konnten sich Städte, Landkreise und weitere Akteure als Digital Hubs mit einer Förderung von jeweils bis zu einer Million Euro bewerben. Beim Digitalgipfel in der Carl-Benz-Arena in Stuttgart hat die Ministerin im Februar die Gewinner der Ausschreibung verkündet.

Gefördert werden die Digitalisierungsregion Ulm, Alb-Donau und Biberach, zu der auch Ehingen gehört, das Digitalisierungszentrum Ostwürttemberg in Heidenheim und das DNS – DigitalHub Neckar-Alb und Sigmaringen, organisiert von der IHK Reutlingen. Außerdem dabei: Das Digital Hub kurpfalz@bw in Heidelberg, ZD.BB Zentrum für Digitalisierung Böblingen, Heilbronn-Franken connected in Künzelsau, Digital Mountains in St. Georgen, DIGI HUB Südbaden in Freiburg, RESPOND in Calw und Digital Hub Bruchsal-Kraichgau.ext

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