Hilfe Heidenheimer Krankenhausbetten haben Ghana erreicht

Heidenheim / Catrin Weykopf 08.04.2014
Zuerst hatte das Schiff Verspätung, dann hing der Container wochenlang im Hafen von Tema in Ghana fest. Doch nun sind 31 ehemalige Heidenheimer Klinikbetten an ihrem Ziel angekommen: im Krankenhaus von New Tafo Akim im Osten Ghanas.

Werden rechtzeitig alle notwendigen Dokumente ausgestellt? Klappt die Abholung des Seefrachtcontainers in Ghana? Viele Fragen für Attah Gyan. Doch der 50-jährige, aus Ghana stammende Mitarbieter des Klinikums in Heidenheim war nicht der einzige, der zitterte, ob der Transport am Ende doch noch heile in New Tafo Akim ankommt. Günter Seeger, Logistikeinkäufer bei Voith, fieberte mindestens genauso mit.

Seine Idee war es im vergangenen Herbst gewesen, den Transport der Betten zu sponsern. Er sprach mit Rolf Eisele, dem Geschäftsführer der Spedition Kentner Heidenheim und er überzeugte den Bremer Seefrachtspediteur Jas Project, den Transport ebenfalls zu unterstützen. Sie alle machten mit. Am 29. Dezember sollte der Container mit den 31 gut verpackten Betten auf seine lange Reise gehen. Doch schlechtes Wetter verzögerte die Abfahrt des Schiffes. Geplanter neuer Ankunftstermin: 26. Januar. Also eigentlich ausreichend Zeit, um die Abholung der Fracht aus dem Hafen von Tema in Ghana zu organisieren. Doch es sollte alles anders kommen.

Als erstes begab es sich, dass die Stadtvorsteherin von New Tafo Akim, eine Dame mit dem klangvollen Titel Queen Mother of Akeym Tafo, erkrankte und sich nicht mehr selbst um die Beschaffung der notwendigen Dokumente kümmern konnte. Doch es galt einiges zu regeln, damit bei der Einfuhr der Betten kein Zoll anfällt. Bis eine Person gefunden war, die diese Formalitäten an ihrer statt regeln konnte, vergingen allein rund vier Wochen. Das nächste Problem sollte das ghanaische Gesundheitsministerium sein. Dieses verzögerte die Sache weiter. Trotz Nachfragen und Anrufen – die notwendigen Dokumente wurden nicht ausgestellt. Der Container war unterdessen in Tema angekommen und wartete auf seine Abholung.

Als schließlich doch alle Papiere beisammen waren, hieß es noch, einen geeigneten Lastwagen samt Fahrer zu organisieren. Denn die 31 Betten, 24 Nachttische, 40 Matratzen und zwei Rollatoren mussten immerhin eine rund 300 Kilometer lange Strecke ins Landesinnere befördert werden. Eine Aufgabe, die auch in Deutschland ohne professionelle Logistik nicht einfach zu bewerkstelligen ist.

Vergangene Woche war es dann so weit: Mehrere Emails mit Fotos erreichten Günter Seeger, die HZ-Redaktion und Rolf Eisele von Kentner. Damit war klar: Die Betten waren endgültig angekommen. „Dass der Transport bis zu seiner Ankunft so lange dauert, hätte ich nicht gedacht. Aber in Ghana mahlen die Mühlen der Bürokratie wohl sehr langsam“, sagt Seeger. Sein besonderer Dank gilt der Bremer Spedition Jas Project, die bei der Besorgung der fehlenden Dokumente beratend zur Seite stand und den Seecontainer zu Verfügung gestellt hatte.

Und auch ohne die Hilfe von Kentner wäre der Transport nicht möglich gewesen. Die Heidenheimer Logistiker hatten die Betten und Nachttische im Klinikum abgeholt, zerlegt und seetauglich verpackt in den Container geschichtet. Nicht zuletzt maßgeblich beteiligt war außerdem Inge Grein-Feil von der Dischinger Aktion „Freunde schaffen Freude“. Sie war als Erste auf das Vorhaben des Klinikwäschereimitarbeiters Attah Gyan aufmerksam geworden und hatte sich kurzerhand entschlossen, ihn mit einem Spendenaufruf auf dem HZ-Spendenportal „Unsere Hilfe zählt“ zu unterstützen.

Und die Betten? Diese sind in der Zwischenzeit bereits voll in Gebrauch. Ihren neuen Einsatzort haben sie im Krankenhaus von New Tafo Akim auf der Station für Frauenheilkunde gefunden.

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