Denkmal Heidenheim hat fünf neue Stolpersteine

Fünf dieser Stolpersteine - wie hier in der Felsenstraße 61 - wurden am Dienstag im Heidenheimer Stadtgebiet verlegt.
Fünf dieser Stolpersteine - wie hier in der Felsenstraße 61 - wurden am Dienstag im Heidenheimer Stadtgebiet verlegt. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / 10.09.2013
Am Dienstag wurden im Stadtgebiet fünf weitere Stolpersteine für Heidenheimer Nazi-Opfer verlegt. Fast wäre die Aktion aber schiefgegangen.

Er kam spät, aber er kam – und sorgte mit seinem Eintreffen bei allen Beteiligten für große Erleichterung. Insbesondere bei Initiator und SPD-Stadtrat Gerhard Oberlader, der sich für die Verlegung der Stolpersteine in Heidenheim eingesetzt hatte. Die Rede ist von Gunter Demnig, dem Kölner Künstler, der die fünf Steine für Heidenheim angefertigt und sich eigens fürs Verlegen persönlich angekündigt hatte. Doch Demnig hatte das falsche Heidenheim angesteuert, war von Heidenheim am Hahnenkamm ausgegangen. Fatal: Denn ohne den studierten Kunstpädagogen hätte die Aktion nicht stattfinden können, da er im Besitz der Stolpersteine war.

Demnig war es auch, der das Kunstprojekt 2003 ins Leben gerufen hatte. 40 000 Stolpersteine hat er seitdem europaweit angebracht. Die Pflastersteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell mit Namen, Geburts- und Todestag des Opfers beschriftete Messingplatte befindet, sollen an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnern und werden in den Gehwegen vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer angebracht.

Sieben Steine bereits 2006 verlegt

Sieben dieser Steine wurden in Heidenheim bereits im Jahr 2006 verlegt – jetzt folgten fünf weitere. Nämlich in der Schießstraße 17 (für Heinrich-Talmon Gros), der Andreasstraße 21 (August Joos), der Felsenstraße 61 und 73 (Heinrich Weiß und Ludwig Kentner) sowie in der Goethestraße 7 (Ernst Maier). Sie alle waren politisch verfolgte Heidenheimer, die in Konzentrationslagern umgebracht wurden.

Die Vorarbeit hatten die Stadtwerke geleistet und dem Künstler merkte man die Routine beim Verlegen an. Ohne Probleme betonierte er die Steine in die Gehwege. Verschiedene Redner und Unterstützer waren zudem zur jeweiligen Anbringungen gekommen und erinnerten in ihren Reden an die Verstorbenen. Auch Blumen und Kerzen wurden von Schülern verschiedener Schulen vor den Wohnhäusern abgelegt.

Info Zum zweiten Mal wurde auch außerhalb Heidenheims ein Stolperstein verlegt. Nämlich für den Steinheimer Sofonias Theuß. Ein weiterer befindet sich in Hermaringen. Mehr dazu auf Seite 21.
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