Heidenheim Hartmann investiert Millionen in Heidenheim

Heidenheim / Andreas Uitz 31.01.2019
Das Unternehmen baut auf dem Betriebsgelände in Heidenheim eine Kantine und einen Bürokomplex. Der Startschuss fällt schon am kommenden Montag

Der Abriss des ehemaligen Pufferlagers auf dem Hartmann-Gelände liegt schon zwei Jahre zurück. Die große Lagerhalle, die in den 1970er-Jahren gebaut worden war, hatte als logistische Versorgung der Medical-Produktion gedient, seit 2014 dann als Lagerort fertiger Hartmann-Produkte, also als Pufferlager. Da dieses nach Herbrechtingen ausgelagert wurde, konnte die Halle abgerissen werden. Knapp zwei Jahre lang lag die rund 4000 Quadratmeter große Fläche brach, doch schon im Sommer begannen hier erste Bauarbeiten.

Denn die Paul Hartmann AG will in eben diesen Bereich eine neue moderne Konzernzentrale errichten. Geplant sind hier zwei große Gebäude: Das „Hartmann Forum“ und das „Office 2020“. „Damit investieren wir in die Zukunft des Unternehmen und somit in die Zukunft unserer Mitarbeiter“, heißt es auf HZ-Anfrage aus der Konzernzentrale. Das Ziel, zu einem weltweit führenden Unternehmen der Gesundheitsbranche zu gehören, spiegle sich auch in der Arbeitsplatzgestaltung und Architektur des Standorts wider.

Kantine und Cafeteria

Das künftige Forum soll Kantine und Cafeteria für die Mitarbeiter am Standort beinhalten. Insgesamt, so die Planung, ist vorgesehen, hier rund 500 Sitzplätze zu schaffen. Das Gebäude wird zwei Stockwerke beinhalten. Außerdem soll das Forum auch über die Mahlzeiten hinaus als zentraler Treffpunkt am Hauptsitz des Konzerns dienen.

Von der Paul-Hartmann-Straße aus gesehen links neben dem Forum ist ein neuer Bürokomplex geplant. „Mit dem Office 2020 schaffen wir genügend Büroarbeitsplätze, um mehr Mitarbeiter auf dem Standort zu verorten, die bisher verteilt untergebracht waren“, heißt es von der Hartmann-Pressestelle. Hier sollen rund 330 Arbeitsplätze eingerichtet werden. Ziel des Neubaus sei, Synergien zu schaffen und eine effektive Zusammenarbeit zu fördern. „Die ergonomisch gestalteten und technisch gut ausgestatteten Arbeitsplätze sind hierbei ein wesentlicher Aspekt.“ Das Verwaltungsgebäude, das ebenso wie das Forum vom Neu-Ulmer Architekturbüro Nething geplant wird, erstreckt sich über drei Etagen.

Weitere Sanierungen geplant

Neben diesen Neubauten wird es dem Unternehmen zufolge in den kommenden Jahren auch Sanierungen an ältern Gebäuden auf dem Betriebsgelände geben. Der Abriss alter Gebäude indes ist im Wesentlichen abgeschlossen.

Alles in allem werden Forum und Office 2020 über eine Fläche von mehr als 9000 Quadratmeter verfügen, die bebaute Fläche umfasst 4000 Quadratmeter. Über die genauen Kosten für die Großinvestition macht Hartman keine Angaben: „Wir planen mit einem Betrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich für die Bau- und Sanierungsmaßnahmen am Standort Heidenheim“ heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Begonnen werden soll mit dem Neubau bereits am kommenden Montag. Die offizielle Grundsteinlegung soll am 9. April stattfinden. Den Planungen zufolge sollen Forum und Office bis Ende 2020 fertiggestellt sein.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg ist froh über die Investition, die das Unternehmen tätigt und bezeichnet die Architektur der Neubauten als ansprechend und anspruchsvoll. „Die Stärkung des Standorts Heidenheim kann ich nur begrüßen.“ Das Engagement der Unternehmen beweise, dass die Industriestadt funktioniert. „Die Neubauten sind auch Investition in die Zukunft der Firma, der Mitarbeiter und in Arbeitsplätze.“

Konzern mit Stammsitz in Heidenheim

Im vergangenen Jahr feierte die Paul Hartmann AG ihr 200-jähriges Bestehen. Der Stammsitz des Unternehmen, das weltweit Standorte hat, ist in Heidenheim.

Hier am Standort und in Herbrechtingen sind insgesamt rund 1900 Mitarbeiter beschäftigt, Damit gehört Hartmann zu den größten Arbeitgebern im Landkreis Heidenheim.

Der Konzern machte 2017 erstmals einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro, der Gewinn stieg auf insgesamt 93,7 Millionen Euro. Das Unternehmen ist seit Jahren auf Expansionskurs. Tätig ist Hartmann in der Medizinbranche, der umsatzstärkste Bereich sind Inkontinenzprodukte. Rund 800 Millionen von ihnen werden jährlich in Herbrechtingen gefertigt.

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