Grünen-Bundespolitikerin gibt Homöotherapie Rückendeckung

© Foto: fotolia
20.02.2012
Rückendeckung für den Fortbestand der Belegklinik für Homöotherapie am Klinikum Heidenheim gab es von Birgitt Bender, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag. Das geplante Modellvorhaben sei beispielhaft und könne maßgeblich für die deutsche Komplementärmedizin sein.

Belegarzt Dr. Andreas Laubersheimer berichtete, dass die Zukunft der 65 Jahre alten Belegabteilung aufgrund zunehmender restriktiver Maßnahmen einiger Krankenkassen auf dem Spiel stehe. Beim Gespräch dabei waren zudem die niedergelassenen homöopatisch-anthroposophisch tätigen Ärzte Dr. Jens Edrich und Dr. Ulrich Geyer, die Buchautorin Renate Hartwig sowie Elisabeth Kömm-Häfner vom Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen.

Bender wiederum sagte, dass ihr die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Katrin Altpeter Unterstützung zugesagt habe, die Zukunft der Heidenheimer Belegklinik auf eine sichere Basis zu stellen. Bender begrüßte es, dass sich die Belegklinik einer wissenschaftlichen Evaluation stellen wolle. Dies könne dazu führen, den Bedenken solcher Kassen entgegenzutreten, die die Wirksamkeit einer komplementärmedizinischen Behandlung in Frage stellten.

Dr. Ulrich Geyer betonte, dass die Methode eines solchen Wirksamkeitsnachweises, wie er im Modellprojekt geplant sei, der Therapierichtung angemessen sein müsse. Deshalb werde die Belegklinik in diesem Vorhaben mit der Universität Witten/Herdecke zusammenarbeiten, die große Erfahrung mit solchen Studien habe.

Klinik-Geschäftsführer Reiner Genz und Dr. Laubersheimer bedauerten die stetig steigende Zahl der durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen nachträglich in Frage gestellten Behandlungen in der Belegklinik. In Folge dessen würden die erbrachten Leistungen in vielen Fällen nicht mehr vergütet. Diese Einnahmeausfälle könne das Klinikum auf Dauer nicht mehr aus eigener Kraft tragen. Daher setze man große Hoffnungen auf das Modellprojekt für die Heidenheimer Homöotherapie. Genz berichtete, dass die Konzeption für das Modellprojekt im Entwurf stehe. Mit Hilfe des Sozialministeriums und hiesiger politisch Verantwortlicher werde man an die Krankenkassen herantreten, von denen die weitere Initiative ausgehen müsse.

Die Homöotherapie im Klinikum Heidenheim trage das Prädikat „besonders wertvoll und erhaltenswert“ und könne auch als deutschlandweit ausbaubar angesehen werden, gerade heute im Zuge der zunehmenden Resistenzen auch aufgrund hohen chemischen Medikamentenkonsums. Das geplante Heidenheimer Modellprojekt wecke bundesweit großes Interesse, dies belegten zahlreiche Anrufe aus anderen Krankenhäusern, so Dr. Andreas Laubersheimer. „Man kann uns quasi in einer maßgeblichen Vorreiterrolle für die Zukunft der Komplementärmedizin in der deutschen Krankenhauslandschaft sehen.“

Positive Ergebnisse aus dem Modellprojekt könnten den Durchbruch der Komplementärmedizin für Patienten bilden, so die Einschätzung des Mediziners.