Feuerwehr Stadt Heidenheim verspricht Feuerwehr weiterhin Unterstützung

Heidenheim / Manuela Wolf 12.03.2018
Bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Heidenheim blickte man auf aufregende Monate zurück – und in eine Zukunft, für die man seitens des Rathauses eine Bereitschaft zu Investitionen verspricht.

Welchen Stellenwert hat die Feuerwehr in der Gesellschaft? Können moderne Technik oder höhere Aufwandsentschädigungen für Ehrenamtliche eine gute Kameradschaft ersetzen? Und muss man sich Sorgen um den Nachwuchs machen? Fragen wie diese zogen sich wie ein rotes Band durch die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Heidenheim am Freitagabend im Kasino der Paul Hartmann AG.

Kommandant Rainer Spahr fand bei seiner Begrüßungsrede und auch bei den Zwischenmoderationen immer wieder nachdenkliche Worte: „Feuerwehr muss zurück zu ihren Wurzeln. Sie muss wieder in erster Linie Kameradschaft sein und in den Köpfen der Bevölkerung als nicht selbstverständlich gelten.“

Wie wichtig Feuerwehr auch und gerade in der heutigen Zeit ist, verdeutlichen die Einsatzzahlen der vergangenen Wochen mit ihren über 6000 ehrenamtliche Einsatzstunden. Zahlreiche Kleineinsätze, schwere Unfälle auf der Autobahn, ein Wohnhausbrand im Flügel, die Brandserie an der Härtsfeldstraße: Zwischen dem 4. Dezember und dem 20. Januar wurden fast 100 Einsätze gezählt, alleine zwischen dem 1. und dem 7. Januar musste 21 Mal ausgerückt werden. Die große Last verteilte sich dabei auf verhältnismäßig wenige Schultern. Insgesamt besteht die Truppe aus 209 Frauen und Männern, darunter sind lediglich acht hauptamtliche Mitarbeiter.

Noch eindrücklich in Erinnerung ist der Nachmittag des 10. Januar, als ein Alarm von der Brandmeldeanlage der Firma Edelmann ausgelöst wurde. Über Tage hinweg war die Heidenheimer Feuerwehr im Einsatz, unermüdlich, professionell.

Polizei sagt Verbesserungen zu

Uli Steeger, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes, sprach allen Kameraden seinen Dank dafür aus: „Dieser Brand hat die Feuerwehr in das Licht gestellt, in das sie gehört.“ Es habe sich gezeigt, wie wichtig Einsatzkonzepte und standardisierte Abläufe seien und „liebe, tolle Menschen wie ihr, für die das alles nicht nur Pflichtaufgabe, sondern Herzensaufgabe ist“.

Auch Kriminaloberrat Markus Deuter vom Polizeirevier Heidenheim und der Geschäftsführer des DRK Heidenheim, Matthias Brodbeck, würdigten das Engagement ihrer Kollegen. Deuter versprach Verbesserungen bei der Zusammenarbeit vor Ort insbesondere bei den Punkten Kommunikation und Erreichbarkeit der Entscheidungsträger: „Sie können sich sicher sein, Sie sind für uns Kameraden auf Augenhöhe, auch wenn nicht immer alles rund läuft.“

Auch Brodbeck fand wertschätzende Worte für die 127 aktiven Feuerwehrangehörigen im Saal. „Ehrenamtliche wie Sie, die alles stehen und liegen lassen, wenn Sie gebraucht werden, sind das Kapital, das unsere Gesellschaft wertvoll macht.“ Im Ernstfall sei jede Seite froh, dass die andere auch da sei, „wir sagen danke dafür, dass wir von Ihnen immer sehr gut unterstützt werden.“

Brandschutzbedarfsplan

Dass die Hauptversammlung in Räumen der Firma Hartmann abgehalten wurde, ist einem Jubiläum geschuldet. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen. Denis Seebich von der dortigen Werksfeuerwehr: „Wir wollen dabei nicht nur an uns denken, sondern auch das Ehrenamt würdigen.“ Eben dieses Ziel hatte auch die Rede des scheidenden Heidenheimer Bürgermeisters Rainer Domberg, der darüber hinaus versprach, dass die Belange der Feuerwehr auch nach dem Ende seiner Dienstzeit Gehör finden würden im Rathaus, die Bereitschaft zu Investitionen sei da.

Von großer Wichtigkeit sei auch die Erstellung eines Brandschutzbedarfsplans. „Die Ereignisse der letzten Wochen sollten uns nachdenklich machen: Haben wir alles getan, um große Schadenslagen bewältigen zu können? Die Verfügbarkeit scheint stabil. Aber wir dürfen die zufriedenstellende Situation nicht als Ruhekissen nehmen, sondern unser Ziel muss es sein, diese zu erhalten und zu verbessern.“

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