Heidenheim Zahl der Grippefälle in Heidenheim erreicht Spitzenwert im Land

© Foto: Günther Berger
Heidenheim / Erwin Bachmann 12.03.2018
Im Gesundheitsamt hat man in dieser Saison bereits mehr als 600 Influenza-Patienten registriert - im Vergleich aller baden-württembergischen Landkreise ein Spitzenwert.

Halb Heidenheim scheint zu kränkeln, und auch die andere Hälfte fiebert dem Ende der Grippewelle entgegen – doch die ist derzeit noch nicht in Sicht. Zumindest auf lokaler Ebene steigen die Infektionszahlen weiter, auch wenn das Robert-Koch-Institut in Berlin am Wochenende bereits Entwarnung gegeben hat und davon ausgeht, dass das Schlimmste vorbei sein dürfte.

Die Statistik der im Landratsamt beheimateten Gesundheitsbehörde verzeichnet seit Beginn der aktuellen Grippesaison insgesamt 603 labordiagnostisch bestätigte Influenza-Fälle. Setzt man dieses Aufkommen ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl, liegt der Kreis Heidenheim nach Einschätzung von Fachbereichsleiter Christoph Bauer im Vergleich aller baden-württembergischen Landkreise inzwischen in der Spitzengruppe.

Und dazu noch die Noroviren

Doch damit nicht genug. Parallel zum Influenza-Geschehen hat sich längst eine weitere Infektions-Front aufgetan, die von den Noroviren beherrscht wird. Bis heute hat man in der Gesundheitsbehörde 77 Fälle dieser ebenfalls meldepflichtigen Krankheit aufgelistet, was gegenüber dem Stand vor zwei Wochen eine Verdoppelung bedeutet. Auffallend, so die Beobachtung Christoph Bauers: In zunehmendem Maße sei der Pflegebereich von Brechdurchfall betroffen, wobei noch nicht klar sei, ob tatsächlich das Norovirus ursächlich für diese vermehrt bei Heimbewohnern auftretende Krankheit ist.

Nehmen die für das Norovirus typischen Symptome einen schweren Verlauf, verspricht nur die stationäre Aufnahme in einem Krankenhaus Hilfe. In diesem Zusammenhang ist auch das Klinikum Heidenheim stark gefragt, wo in diesem Winter bereits rund 90 Patienten behandelt worden sind, denen dieser hochinfektiöse Erreger über alle Maßen auf den Magen geschlagen ist. Damit hat sich diese Zahl im Zwei-Wochen–Vergleich verdreifacht.

Nicht nur aus diesem Grund arbeitet man auf dem Schlossberg weiter am Anschlag. In noch größerem Ausmaß sieht sich das Klinikum weiterhin von der Influenza überrollt. So hat sich die Zahl der im Laufe dieser Saison stationär aufgenommenen Grippe-Patienten inzwischen auf mehr als 250 erhöht. Dazu zählen auch Erkrankungen mit dem RSV-Virus, der als Auslöser von Atemwegsinfektionen gilt, alle Altersgruppen betrifft, aber insbesondere Frühgeborene und Kleinkinder erwischt.

Routine mit Einschränkungen

All das zieht zusätzliche logistische Belastungen nach sich, sind mittlerweile doch durchschnittlich 40 bis 50 Patientenzimmer – 20 bis 25 Prozent der Raumkapazitäten – täglich mit infektiösen Patienten belegt. Trotz dieser Einschränkungen kann der Routinebetrieb nach Angaben von Klinikum-Pressesprecher Günther Berger aufrechterhalten werden. Mit Ausnahmen: Bei außerhalb der Region liegenden Krankenhäusern und Ärzten, die dem Klinikum Patienten zuweisen, ist und bleibt Heidenheim weiter abgemeldet, und zumindest vereinzelt müssen geplante und bereits terminierte Eingriffe auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Immerhin: Der nach wie vor hohe Krankenstand des Klinikpersonals ist offenbar leicht rückläufig.

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