wahlkreis:Heidenheim (24) Gräßle fordert: höchstes CDU-Amt in Frauenhand

Inge Gräßle: Stellvertreter des Ministerpräsidenten muss eine Frau werden.
Inge Gräßle: Stellvertreter des Ministerpräsidenten muss eine Frau werden. © Foto: Foto: Archiv
Karin Fuchs 21.03.2016
Die Heidenheimer CDU-Europaabgeordnete Inge Gräßle fordert in ihrer Funktion als Landesvorsitzende der Frauenunion einen personellen Neuanfang für ihre Partei mit starker Beteiligung von Frauen.

Im Falle einer Regierungskoalition mit den Grünen sieht Gräßle das höchste von der CDU zu vergebende Amt in Frauenhand. Hinter dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ist es am Koalitionspartner, den Vize-Ministerpräsidenten zu stellen. Dies müsse eine Frau sein, so Gräßle. und spricht sich damit automatisch auch gegen Guido Wolf in diesem Amt aus. Zudem müssten 50 Prozent der Ministerposten von Frauen besetzt werden.

Auf Namen legt sich Gräßle nicht fest, sie ist jedoch überzeugt: „Wir haben gute Frauen in der Fraktion und in der Partei.“ Sie selbst strebt keinen Posten im Land an, sondern hält an ihrer Tätigkeit als Europaabgeodnete fest. „Ich kämpfe für andere, das gibt mir große Freiheit.“

Deshalb nimmt Gräßle auch kein Blatt vor dem Mund bei ihrer Art der Aufarbeitung der Wahlniederlage: „Die letzten beiden Wahlen haben Männer verloren.“ Aus der Niederlage müsse man Konsequenzen ziehen, man könne nicht mit den Verlierern von 2011 und 2016 weitermachen. „Wir müssen jetzt eine Neuaufstellung der CDU hinbekommen.“ In diesem Prozess mahnt Gräßle eine offene Debatte an, es dürfe kein „Gemauschel“ geben. In erster Linie müsse es jetzt um Inhalte gehen, sagt Gräßle mit Blick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen.

Gräßle ist eine von acht Politikern in der CDU-Delegation, die die Sondierungsgespräche mit den Grünen führen. Gestern ist sie nach Brüssel zurückgereist, wird aber am Donnerstag wieder mit am Verhandlungstisch sitzen, falls der CDU-Vorstand weitere Verhandlungen beschließt.