Heidenheim Gibt es zu wenige Kindergartenplätze in Heidenheim?

Mit Blick auf den steigenden Bedarf schafft die Stadt neue Betreuungsplätze: zum Beispiel auf dem Galgenberg, wo 2017 Baustart gefeiert wurde. Dieses Jahr soll der Kindergarten öffnen.
Mit Blick auf den steigenden Bedarf schafft die Stadt neue Betreuungsplätze: zum Beispiel auf dem Galgenberg, wo 2017 Baustart gefeiert wurde. Dieses Jahr soll der Kindergarten öffnen. © Foto: Archiv/mb
Heidenheim / Karin Fuchs 14.03.2018
Entgegen der Erwartungen vor einigen Jahren steigt der Platzbedarf in den Kindergärten in Heidenheim weiter. Die Stadt verspricht den Eltern: „Wir haben stets Lösungen gefunden.“

Es vergeht kein Jahr, in dem in Heidenheim kein neuer Kindergarten gebaut oder modernisiert wird. Dennoch zeichnet sich ab, dass es in diesem Jahr eng wird bei den Betreuungsplätzen.

Ende Februar lief die Anmeldefrist für die Heidenheimer Kindergärten ab. Angemeldet haben die Eltern ihren Wunschplatz für ihr Kind, aber auch eine in Frage kommende Alternative.

Die Platzvergabe läuft derzeit und ist noch nicht abgeschlossen. Auf welche Einrichtungen der Andrang besonders hoch ist, wo es zu wenig Plätze geben könnte, dazu äußert sich die Stadtverwaltung bewusst nicht. Zum einen weil man keine Verunsicherung bei den Eltern erzeugen wolle, begründet Pressesprecher Wolfgang Heinecker die Zurückhaltung. Zum anderen aber auch, weil eine verlässliche Aussage noch nicht möglich sei. Denn immer wieder sagten Eltern ab, sei es wegen Doppel-Anmeldungen oder anderen Gründen, sodass wieder Plätze frei würden.

Ende April Infos über freie Plätze

Die genauen Zahlen sollen spätestens Ende April vorliegen. Nach der offiziellen Platzvergabe in den Kindergärten wird die Stadt die freien Plätze in den Kitas abfragen und die Eltern darüber informieren, wo noch Kapazitäten vorhanden sind.

„Wir glauben schon, dass die meisten Kinder einen Platz bekommen werden“, verspricht Oberbürgermeister Bernhard Ilg. Es gebe Einrichtungen mit großen Andrang, aber auch Einrichtungen, wo noch Plätze leer seien. Den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz könne die Stadt erfüllen, allein bei den ganz Kleinen könnte es eng werden. Doch auch das ist noch ungewiss. Aktuell befänden sich 50 Kinder auf einer zentralen Warteliste, doch diese verändere sich täglich.

„In den vergangenen Jahren hat die Stadt Heidenheim stets Lösungen gefunden, um den Andrang zu bewältigen“, heißt es auch aus dem Fachbereich für Kindergärten im Rathaus. Tatsächlich war es so, dass Heidenheim viel besser dasteht als zum Vergleich Aalen, wo an die 300 Kinder auf Wartelisten stehen. Auf Grundlage der statistischen Zahlen macht die Stadt schon seit Jahren regelmäßig eine Kindergartenbedarfsplanung. So hat der Gemeinderat erst im Sommer zugestimmt, bis zum Jahr 2020 rund 170 neue Plätze zu schaffen.

Doch was tun, wenn die Zahlen des Statistischen Landesamtes daneben liegen, nicht mit der Realität übereinstimmen oder viel zu spät kommen? „Der Zuzug ist extrem“, sagt Ilg und verweist auf den Zuwachs in den vergangenen drei Jahren, der wider aller statistischen Prognosen und Berechnungen in den vergangenen drei Jahren eingetren sei.

Zuzug auf Rekordhoch

Viele Kinder seien unter anderem über Arbeitsmigranten gekommen. Allein im Januar gab es 400 Neubürger. „Das gab es in der ganzen Zeit, in der ich da bin, noch nie.“ Zum einen ist das Grund zur Freude, da Heidenheims Einwohnerzahl nicht mehr wie früher schrumpft. Doch die Infrastruktur, auch die in der Kinderbetreuung, muss somit schneller als gedacht angepasst werden.

„Wir reagieren ja schon, doch mehr als zwei neue Kindergarten können wir im Jahr nicht bauen“, sagt Ilg. Er verweist darauf, dass allein im vergangenen Jahr mehr als 60 zusätzliche Plätze für Kinder unter und über drei Jahre geschaffen wurden.

Auch in diesem Jahr kommen weitere Plätze hinzu: Gebaut wird derzeit ein neuer Kindergarten an der Albert-Schweitzer-Straße, der noch dieses Jahr eröffnet werden soll. Ebenso entsteht derzeit ein Kindergarten im Osten bei der Zinzendorfgemeinde. Geplant wird der Bau eines Kindergartens auf dem Mittelrain. Und ganz neu gibt es Überlegungen, auch in Mergelstetten am Immergrünweg einen neuen Kindergarten zu bauen.

Darüber hinaus verweist Ilg auf die Möglichkeit, Interimslösungen zu schaffen, wie zum Beispiel derzeit an der Ostschule oder mit dem Container am Mittelrain. In dieser Frage werde die Stadt auch auf andere Kindergartenträger zugehen, um gemeinsam an zusätzlichen Kapazitäten zu arbeiten.

Heidenheimer Kinder zuerst

Und der Oberbürgermeister denkt noch an eine weitere Konsequenz: Bevor die Not für Heidenheimer Eltern zu groß werde, soll die Aufnahme von auswärtigen Kindern geprüft werden. Gerade Eltern, die nach Heidenheim zum Arbeiten pendeln, machen vom hiesigen Betreuungsangebot Gebrauch.

Ab September wird sich der Modus der Kindergarten-Platzvergabe übrigens ändern: Dann werden die Kindergärten ihre Plätze nicht mehr selbst vergeben, sondern die Platzvergabe wird zentral über die Stadt gesteuert. Dieser Aufgabe annehmen wird sich die bei der Stadt neu installierte Kindergartenfachberatung.

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