Heidenheim Gewerkschaft fordert Unterrichtsfach zur Ernährung

Heidenheim / pm 12.07.2018
Die Gewerkschaft NGG fordert ein Unterrichtsfach zur Ernährung.

Deutsch, Mathe, Bio – und demnächst auch Ernährung: Sollen die Schulen im Landkreis Heidenheim ein neues Unterrichtsfach bekommen? Geht es nach dem Willen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), dann steht demnächst das „kleine Einmaleins des Essens“ auf dem Stundenplan bei dem es um gesunde Ernährung geht. Wie die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung erklärt, sollen sollen im Unterricht mehr darüber erfahren, was in den Lebensmitteln steckt. „Aber auch, was dahinter steckt: Wie die Tiefkühlpizza produziert wird, welchen Nährwert Joghurt hat und wer mit welcher Technik Gummibärchen oder Schokolade herstellt“, sagt Karin Brugger.

Die Geschäftsführerin der NGG Ulm-Aalen/Göppingen plädiert außerdem für besondere Qualitätsstandards beim Essen in Schulkantinen. Hierfür sollte künftig eine günstigere Mehrwertsteuer von sieben Prozent gelten. Bisher liegt die Abgabe darauf bei 19 Prozent – genauso hoch wie im Fastfood-Restaurant.

„Zu wissen, woher das Essen kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wird – das ist für Kinder und Erwachsene wichtig“, so Brugger. Ein Schulfach Ernährung solle insbesondere für die Wertschätzung von Lebensmitteln sorgen. Wer selbst schon einmal ein Brot gebacken oder Erdbeeren geerntet habe, der ernähre sich bewusster, betont Brugger. Gleichzeitig müssten Kinder aber auch lernen, dass faire Arbeitsbedingungen eine Voraussetzung für gutes Essen sind, heißt es in der Pressemitteilung.

Mit Blick auf das Kantinenessen stellt die Gewerkschafterin fest: „Viele Eltern im Kreis Heidenheim können beim Essensgeld keine großen Sprünge machen. Dabei geben sich die Schulen Mühe, preiswert und gesund zu kochen.“ Mit einem ermäßigten Mehrwertsteuersatz, so die NGG, lasse sich der Preisdruck deutlich senken, appelliert die Gewerkschaft an die Politik. „Dann kommen auch Blattspinat oder Bioschnitzel häufiger auf den Tisch.“

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