Heidenheim Gewerkschaft kritisiert: Viel zu wenige bilden sich fort

Heidenheim / pm 07.02.2019
2017 haben sich nur 20 Prozent der Erwerbstätigen in der Region beruflich weitergebildet. Das soll sich durch einen gesetzlichen Anspruch ändern.

Das sind zwar rund 47 000 Personen Menschen, „aber angesichts der Umbrüche in vielen Branchen noch viel zu wenige“, wie Karin Brugger von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) Ulm/Aalen/Göppingen findet.

Neue Anforderungen reichten von der intelligenten Lagerlogistik in der Ernährungsindustrie bis hin zu Fremdsprachenkenntnissen im Hotel. „Insbesondere ältere Beschäftigte sind dafür nicht gewappnet. Den Umgang mit neuer Betriebssoftware lernt man nicht nebenbei“, so Brugger. Und nicht jeder schaffe es, nach Feierabend zur Volkshochschule zu gehen.

Die NGG fordert deshalb eine Qualifizierungsoffensive von Betrieben und Politik. Nur mit einem gesetzlich verankerten Recht auf lebenslanges Lernen könnten Beschäftigte den Anschluss an die technische Entwicklung halten.

Bisher wird die berufliche Weiterbildung allein zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt, etwa per Tarifvertrag. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Gerade in kleinen Betrieben wie Bäckereien Restaurants ist das laut Brugger ein Problem. Wegen der dünnen Personaldecke gewährten Chefs oft keine freien Tage für die Weiterbildung, obwohl diese am Ende der Firma nutze. Großen Nachholbedarf gebe es insbesondere bei ungelernten Kräften, so die NGG. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung seien die Jobs von gering Qualifizierten besonders stark von der Digitalisierung bedroht. Im Koalitionsvertrag sei zwar von einer nationalen Weiterbildungsstrategie die Rede. Doch umfasse diese bislang lediglich eine Beratung bei der Arbeitsagentur. pm

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