Heidenheim Telemedizin und Roboter: Sieht so die Zukunft aus?

Die Digitalisierung wird die Pflege verändern, am besten zum Wohl der Patienten und der Mitarbeiter: Ein medizinischer Roboter legt einen Verband an.
Die Digitalisierung wird die Pflege verändern, am besten zum Wohl der Patienten und der Mitarbeiter: Ein medizinischer Roboter legt einen Verband an. © Foto: M.Dörr & M.Frommherz - stock.adobe.com
Heidenheim / Karin Fuchs 18.09.2018
Der Gesundheitssektor wächst schnell und ist zugleich ein stabilisierender Faktor der Wirtschaft der Region. Das geht aus einer Untersuchung der IHK und der Hochschule Aalen hervor.

Digitalisierung und Fachkräftesicherung stehen im Fokus der Standortstudie, die IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle und Markus Schmid, Branchenkoordinator Gesundheitswirtschaft bei der IHK, gestern präsentierten. Es ist nach 2010 die dritte Auflage der Studie, die aufzeigt, dass dieser Sektor im starken Wandel begriffen ist.

Warum ist die Studie so interessant?

„Die Gesundheitsbranche ist ein Wachstumstreiber und stabilisierender Faktor der Wirtschaft in der Region“, sagt Eberle und bezeichnet die Branche deshalb als erfolgreich. Derzeit gibt es in Ostwürttemberg 1900 Betriebe in der Branche mit rund 21 000 Beschäftigten, wobei die meisten davon in der stationären Pflege arbeiten.

Aber auch der Gesundheitsindustrie sei stark aufgestellt mit ihren großen Playern, verweist Eberle unter anderem auf die Heidenheimer Paul Hartmann AG. Zwar sind im produzierenden Gewerbe mit 70 000 Beschäftigten weitaus mehr Menschen in Arbeit, doch der Gesundheitssektor weise die höchste Beschäftigungsintensität auf, das heißt, dort ist das größte Wachstum vorhanden.

Was bringt die Digitalisierung?

Bundesweit gehört die Gesundheitswirtschaft mit einem Anteil von mittlerweile zwölf Prozent an der Gesamtbruttowertschöpfung und rund 5,5 Millionen Beschäftigten zu den wachstumsstärksten Sektoren Deutschlands. Eberle bedauert es, dass es dies Zahlen runtergebrochen auf die Region nicht gibt.

Oh je, die Roboter!

Schwerpunkt der Studie ist die Digitalisierung und deren Auswirkungen auf die Branche. „Es geht auch darum, den Menschen die Angst zu nehmen: Oh je, der Roboter kommt“, so Eberle. Beleuchtet werden deshalb Assistenz-Systeme, die den Menschen dienen. Aber auch die Tele-Medizin, die gerade bei der Artzversorgung im ländlichen Raum eine wichtige Rolle spielen werde. Vertreter von Krankenkassen sprechen über die elektronische Gesundheitskarte und beantworten die Frage, was mit den gespeicherten Daten geschieht. Zu Wort kommt zudem Sinanudin Omerhodzic von Hartmann und Sevastian Frericks von Carl Zeiss Meditec zu aktuellen Digitalisierungsprojekten.

Wie können junge Frauen in der Region gehalten werden?

Der Fachkräftenachwuchs ist ein weiterer Schwerpunkt der Studie, wobei es um die Frage geht, wie die jungen Menschen in der Region gehalten werden können. Am meisten wanderten junge Frauen ab. „Wir verlieren jährlich drei große Busse junger Frauen in der Region“, macht Eberle dies anschaulich. Umso wichtiger ist dieser Aspekt unter dem Blickwinkel, dass gerade die Gesundheitsbranche von Frauen dominiert werde. 90 Prozent der Ärzte seien Frauen.

Gesundheit als Studienfach

Mehr als 1000 junge Menschen studieren an den regionalen Hochschulen in 17 Gesundheits-Studiengängen. Der Ausbau wird laut Markus Schmid von der IHK Begrüßt

In Heidenheim hat die Duale Hochschule laut Schmid das Fernziel, eine eigene Fakultät Gesundheitswirtschaft einzurichten. Derzeit gibt es vier Studiengänge mit 120 Plätzen.

In Aalen an der Hochschule sollen zwei neue Studiengänge Wirtschaftspsychologie und Digital Health Management“ eingerichtet werden. Schon sind dort knapp 380 Studenten eingeschrieben.

In Schwäbisch Gmünd an der Pädagogischen Hochschule soll der Studiengang Pflegewissenschaft hinzu kommen. In Ellwangen sitzt die SRH Fernhochschule mit 320 Studenten.

Wo ist die Studie erhältlich?

Bei der IHK Ostwürttemberg, Tel. 324-182, grubauer@ostwuerttemberg.ihk.de oder unter www.ostwuerttemberg.ihk.de, Dokument-Nr. 4185734.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel