Heidenheim Gemietete Autos unterschlagen: am Mittwoch Prozessbeginn

Am Landgericht beginnt am Mittwoch ein Prozess wegen Betrugs.
Am Landgericht beginnt am Mittwoch ein Prozess wegen Betrugs. © Foto: Archiv
Heidenheim / Michael Brendel 30.06.2018
Am Mittwoch beginnt in Ellwangen der Prozess gegen einen Heidenheimer wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs.

Der Prozess vor der zweiten großen Strafkammer des Ellwanger Landgerichts unter Vorsitz von Richter Jochen Fleischer ist zunächst einmal auf acht Tage angesetzt. Gehört werden sollen währenddessen nicht weniger als 20 Zeugen. Dem 53-jährigen Angeklagten werden gewerbsmäßiger und bandenmäßiger Betrug sowie Urkundenfälschung in 38 Fällen vorgeworfen.

Gefälschte Ausweispapiere

Der Anklage zufolge hat der Heidenheimer ab Dezember 2015 zusammen mit weiteren Personen im gesamten süddeutschen Raum bei größeren und kleineren Firmen mehrere hochwertige Fahrzeuge angemietet, um diese anschließend im In- und im europäischen Ausland zu verkaufen. Hierbei soll der 53-Jährige entweder selbst gefälschte Personalausweise verwendet, oder aber diese Mittätern für die Anmietung der Autos zur Verfügung gestellt haben.

Zunächst wurden offenbar die Fahrzeugidentifizierungsnummern durch solche angekaufter Schrottfahrzeuge ersetzt, die Pkw anschließend verkauft. In zwei Fällen geschah das laut Anklage in Heidenheim. Die Wagen stammten aus München bzw. Giengen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte durch die 38 Taten zwischen Dezember 2015 und Mai 2017 einen Gewinn in Höhe von rund 614 000 Euro erzielt hat. Der 53-Jährige sitzt seit 16. Februar in Untersuchungshaft.

In derselben Sache stand bereits im Januar ein 38-Jähriger vor dem Passauer Landgericht. Wegen gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs in 26 Fällen, jeweils in Tateinheit mit Urkundenfälschung, wurde er zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Ablauf der Taten entspricht dem beschriebenen Muster: Die Pkw wurden mit gefälschten Papieren angemietet und an Hintermänner weitergegeben.

Urteil rechtskräftig

Nach Auskunft des Passauer Oberstaatsanwalts Walter Feiler ist das Urteil rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof die dagegen eingelegte Revision verworfen hat. Der 38-jährige Angeklagte hatte sich im Verfahren weitgehend geständig gezeigt und zwei Namen preisgegeben – darunter den des ab Mittwoch in Ellwangen vor Gericht Stehenden.

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