Heidenheim / Patrick Vetter Am Samstag gab es in der ganzen Heidenheimer Innenstadt Livemusik von Country bis Metal. Das Event war regnerisch, aber gut besucht.

Vom Regenwetter ließen sich die Heidenheimer am Samstag nicht die Musiknacht vermiesen: Trotz kleinerer Schauer waren die zwölf teilnehmenden Kneipen und die Straßen voller feierlustiger Menschen.

Nur der Auftakt des Abends, der Auftritt von „Cold Shot“ auf der Bühne auf dem Eugen-Jaekle-Platz, musste sich dem Wetter beugen. Als die Band um 18 Uhr gerade loslegen wollte, wehte der Wind den Regen durch die Fußgängerzone und die Musiker mussten wieder abbauen. Das Publikum konnten die Tropfen nicht verjagen. Die Innenstadt und die Foodtruck-Meile in der Fußgängerzone blieben belebt, bis die ersten Bands um 20.30 Uhr begannen, in den Kneipen zu spielen und es die Leute von den Straßen nach drinnen zur Musik zog.

Im Café Sonnleitner waren deshalb bereits bei den ersten Nummern von „White Water“ rund 50 Zuhörer. Die fünfköpfige Band verlieh teilweise bekannten Songs wie „Rolling In The Deep“ von Adele eine starke Funk-Note.

Im Bistro am Flügel drängten sich die Leute um die Bar, an deren einem Ende in einer Ecke des kleinen Cafés „Tonwerk“ spielte. Trotz dem beengten Raum tanzten die Leute zu den Songs der Musiker. Sie spielten alte und neue bekannte Nummern.

Nebenan in Tinas Bar blieben „The Chaps“ ihrem Genre treu. Sie spielten Rockabilly und Country mit zwei Gitarren, einem Schlagzeug und einem Kontrabass – stilecht in den passenden bestickten Hemden und mit Schnurkrawatte. Die vier Männer traten eingespielt und routiniert auf und die Soli wirkten flüssig und lässig. Den Song „Singing the Blues“ wertete Bassist Werner mit einer interessanten Walking-Bass-Linie akustisch auf. Nur die Cowboystiefel haben auf der Bühne noch gefehlt.

„Bretthart“ mit Rockklassikern

Echten Rock ’n’ Roll spielten „Betty Sue And The Hot Dots“ im Warsteiner. Sängerin Betty Sue Miller stand während des Auftritts im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. In ihr Mikrofon, das aussah wie direkt aus den 50er-Jahren, sang sie den „Summertime Blues“, den „Rockabilly Boogie“, aber auch ihre ganz eigene Version von Rihannas „Umbrella“.

Zu den größeren Locations gehörte das „Jack´s“, wo Liberty vor einem altersmäßig sehr durchmischten Publikum spielte, aber auch der Raum oberhalb des „Stattgartens“. Dort heizte die Band „Bretthart“ mit Rockklassikern wie „All Right Now“ und „Another Brick In The Wall“ ein.

Mit viel Energie spielten sie für das Publikum, das sich in dem vollbesetzten „Kultursalon“ drängte und sorgten für Stimmung. Frontmann und Sänger Wolf verlieh den Coversongs mit seiner rauen Stimme teilweise eine ganz neue Richtung. Immer wenn er eine kleine Pause ankündigte, rotierten die Zuhörer: So viele, wie die Location verließen, strömten über die schmale Treppe auch wieder nach.

Etwas ruhiger ging es im Café „Samocca“ in der Bibliothek zu. Dort interpretierte „N8Akustik“ bekannte Hits wie „Mama Mia“ von Abba unplugged. Je nach Song kamen zwei oder drei Akustikgitarren zum Einsatz.

Nach der ersten Rechnung waren am Samstag rund 2000 Besucher bei der Heidenheimer Musiknacht.

Metal gab es im Rock Café

Noch mehr Coverrock gab es im „Mohren“ mit „Salt´n Mokka“ und in der „Kleinen heilen Welt“ mit der Band „Unskilled“. Aber auch echte Metal-Fans kamen auf ihre Kosten: Im „Rock Café“ lieferte die Band „Undertow“ laute und harte elektrische Gitarrenklänge gepaart mit einem Schlagzeug, das im ganzen Körper zu spüren war, und den Schreien von Sänger Joachim Baschin in sein Mikrofon. Das Publikum dankte es mit Headbanging.

Im Felsen forderten die Gäste bis nach 1 Uhr Zugaben von „Leeeza“. Das Trio um Sängerin Lisa Strothmann spielte sich quer durch die Pop- und Rockwelt. So klang der Abend im Felsen mit Liedern wie „Westerland“, „Let it Rain“ und „What´s up“ aus.

Stefan Cehnder arbeitet für eine Sicherheitsfirma. Bei der Heidenheimer Musiknacht und bei vielen anderen Musikveranstaltungen steht er an der Tür.

Bildergalerie Heidenheimer Musiknacht 2019

Eine Band ohne Kneipe

Die Band „Draxxlon“ hätte ursprünglich im „Stilbruch“ am Ende der Fußgängerzone gespielt. Da das Café nun aber geschlossen ist, traten die vier Jungs schon am Freitag auf der Bühne in der Fußgängerzone beim Streetfood-Festival auf.