Heidenheim Geldbeutel, Rucksack, Ohrring: was im Fundbüro auftaucht

Jessica Fronius im Heidenheimer Fundbüro. Erkennt jemand seinen Regenschirm?
Jessica Fronius im Heidenheimer Fundbüro. Erkennt jemand seinen Regenschirm? © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Sandra Gallbronner 07.06.2018
Ob Geldbeutel, Rucksack oder ein Ohrring – so manches, das verloren geht, taucht im Fundbüro wieder auf. Aber wie geht man vor, wenn etwas abhanden gekommen ist?

Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Der Rucksack ist im Zug liegen geblieben, der Geldbeutel im Kino, die Jacke im Bus. Bei Kindern ein allseits gern vergessener Gegenstand: der Turnbeutel. Doch Betroffene müssen nicht verzweifeln, denn es gibt vielfältige Möglichkeiten rasch wieder an sein Eigentum zu kommen.

Meist wird man schnell merken, wenn etwas abhanden gekommen ist. Spätestens, wenn der Wohnungsschlüssel fehlt oder das Smartphone nicht auffindbar ist. Erinnert man sich noch an den letzten Aufenthaltsort des Gegenstands, hilft es häufig direkt dort nachzuschauen oder nachzufragen. So werden vergessene Sachen in Kino, Aquarena oder Bibliothek etwa vier Wochen aufbewahrt, weiß Jessica Fronius, Mitarbeiterin im Heidenheimer Bürgeramt und Fundbüro. Nach Ablauf der vier Wochen werden die Gegenstände an das Fundbüro, das im Heidenheimer Bürgeramt ansässig ist, übergeben.

Das Heidenheimer Fundbüro

Zwei bis drei Mitarbeiter des Bürgeramts kümmern sich darum, dass die Fundsachen innerhalb von zwei Tagen in die Online-Datenbank aufgenommen werden. Diese ist auf der Homepage der Stadt Heidenheim einzusehen. Betroffene können hier entweder nach dem Fundort oder der Fundart suchen. Zudem kann man auch im Bürgeramt unter Tel.07321.3273342 anrufen. Wird der Gegenstand tatsächlich im Fundbüro aufbewahrt, kann er zu den regulären Öffnungszeiten des Bürgeramts abgeholt werden.

Doch wie stellen die Mitarbeiter fest, dass es sich um den tatsächlichen Eigentümer handelt? „Meist ist nachweisbar, dass der Gegenstand einem gehört“, weiß Fronius. Das könne in Form eines Kaufbelegs, eines Bildes oder einer genauen Beschreibung erfolgen. Steckt in einem verlorenen Geldbeutel noch der Ausweis, ist der Eigentümer ohnehin schnell identifiziert. Einen Pauschalbetrag von drei Euro müssen die Eigentümer letztlich bezahlen.

Besonders häufig werden Schmuck und Uhren abgegeben, so Fronius. Auch Regenschirme, Brillen oder Sporttaschen stapeln sich im Fundbüro. Angenommen wird prinzipiell alles. So tauchen immer wieder kuriose Gegenstände, etwa eine Baustellenlampe oder eine Zither auf.

Ein halbes Jahr lagern die Fundgegenstände im Bürgeramt. Danach hat der Finder die Möglichkeit, sie selbst zu nehmen. Alle dann noch verbleibenden Stücke werden aussortiert: Kaputte Gegenstände werden vernichtet, gut erhaltene versteigert. Die Auktionen finden je nach Bedarf im Rathaus statt.

Was tun, wenn etwas in der Bahn vergessen wurde?

250000 Gegenstände werden jährlich an Bahnhöfen und in den Zügen der Deutschen Bahn (DB) vergessen. Nach jeder Fahrt durchsuchen die Zugbegleiter die Abteile auf liegengebliebene Gegenstände und bringen sie in die regionalen Sammelstellen. Da der Kreis Heidenheim zum Bahnhofsmanagement Ulm gehört, werden die Fundsachen dort gelagert. Fahrgäste können Fundsachen übrigens im Bahnhof abgeben.

Gegenstände, deren Wert unter 15 Euro liegen, werden von der DB allerdings nicht erfasst. Das betreffe häufig einzelne Schlüssel oder Regenschirme, so ein Pressesprecher der Deutschen Bahn.

Betroffene haben mehrere Möglichkeiten sich nach ihrem verlorenen Eigentum zu erkunden: Am DB-Informationsschalter anfragen, die gebührenpflichtige Fundservice-Hotline 0900.1990599 anrufen, oder ein Online-Formular ausfüllen. Dabei sollte der Gegenstand so genau wie möglich beschrieben werden.

Lange warten sollte man mit der Anfrage allerdings nicht. Nach sieben Tagen wird der Fundgegenstand bereits von der regionalen Sammelstelle in die zentrale Sammelstelle in Wuppertal gebracht, wo er für weitere 70 Tage aufbewahrt wird. Dann heißt es entweder nach Nordrhein-Westfalen fahren oder sich den Gegenstand zuschicken lassen, was je nach Größe auch kostspielig werden kann.

Nach Ablauf der 70 Tage werden auch bei der Bahn die Fundgegenstände wie Nahrungsmittel sachgerecht entsorgt oder versteigert. Auktionen finden in der Regel wöchentlich statt.

Was tun, wenn etwas im Bus vergessen wurde?

In den Bussen der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft (HVG) bleiben besonders häufig Sporttaschen, Jacken und Handschuhe liegen. Unter der Nummer 07321.20066 kann man sich erkundigen, ob die HVG den Gegenstand sichergestellt hat. Einen Monat lang wird die Fundsache im HVG-Kundencenter in der Marienstraße aufbewahrt und kann dort abgeholt werden. Danach werden die Sachen ans Fundbüro im Bürgeramt übergeben.

Fundsachen: Hier bekommt man Hilfe

Verlust in der Öffentlichkeit

Das Heidenheimer Fundbüro hat zu den Öffnungszeiten des Bürgeramts geöffnet. Telefonnummer: 07321.3273342. Fundsachen werden sechs Monate aufbewahrt.

-Verlust im Bus

Telefonnummer der HVG: 07321.20066. Der Fundgegenstand wird einen Monat im Kundencenter in der Marienstraße aufbewahrt und anschließend ins Fundbüro im Bürgerhaus gebracht.

-Verlust in Bahn/im Bahnhof

Am Schalter fragen, ein Online-Formular ausfüllen oder die Fundservice-Hotline 0900.1990599 wählen: Die Fundsache wird zunächst sieben Tage in Ulm, dann 70 Tage in Wuppertal aufbewahrt.

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