Jubiläumsfete Voith feiert in Heidenheim ganz in Weiß

Michael Brendel 14.07.2017
Wo sie sonst dicht an dicht ihre Autos abstellt, drängte sich gestern die Heidenheimer Voith-Belegschaft und feierte gemeinsam 150 Jahre Firmengeschichte.

Derart viele Gäste passen in keinen Partyraum: Rund 3700 Voithianer kamen gestern Abend, um am Stammsitz das 150-jährige Bestehen des Unternehmens zu feiern. Und damit auch alle Platz fanden, war der Mitarbeiterparkplatz an der St. Pöltener Straße in eine riesige Feiermeile umfunktioniert worden.

Ein Bild in 360 Grad vom Aufbau

Vier gewaltige Schirme überspannten einen Großteil der Fläche in der südlichen Innenstadt und bewahrten die Organisatoren davor, ständig bange Blicke gen Himmel werfen zu müssen. Derart vor möglichen Regengüssen geschützt, stand einer luftigen Sause in lockerem Rahmen nichts im Wege, zumal schlussendlich anders als noch am Vortag die Sonne das Gelände überstrahlte.

Aufbau dauerte eine Woche

Hatten die bereits Ende vergangener Woche angelaufenen Aufbauarbeiten die Mutmaßungen ins Kraut schießen lassen, welchem Geschehen derart aufwendig der Boden bereitet werde, so erschloss sich den abendlichen Zaungästen bei einem Blick durch den ringsum gezogenen Sichtschutz rasch, was sich dahinter tatsächlich abspielte.

Unter anderem hatte das Gerücht die Runde gemacht, die Vorbereitungen liefen auf das Open-Air-Konzert eines durchaus polarisierenden Schlagerstars hinaus. Als Falschmeldung erwies sich allerdings der besonders in den Sozialen Netzwerken unter Hochdruck arbeitenden Gerüchtemaschinerie zum Trotz, die Bühne werde Helene Fischer gehören.

Auch auf der HZ-Facebookseite wurde wild spekuliert

Stattdessen, heizte zunächst die Voith-Auszubildendenband Los Crachos ein, was der Stimmung freilich keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, brandete doch aufgrund des Heimvorteils der Formation schon vor dem ersten Akkord Beifall auf. Die „New City Beats“ trafen zu vorgerückter Stunde nicht minder den Geschmack des Publikums, wobei angesichts der fast durchweg einheitliche Shirts tragenden Feiernden auch der Titel eines alten Roy-Black-Schlagers dem Abend das Motto hätte verleihen können: „Ganz in Weiß. . .“

Das Outfit wollte als Zeichen für den Zusammenhalt unter den Beschäftigten verstanden sein. Gleiches bezweckten der auf einer Großleinwand gezeigte Imagefilm des Unternehmens und ein Songcontest, bei dem die Mitarbeiter weltweit aufgefordert waren, den Voith-Song zu interpretieren.

Es war nicht der Tag der großen Reden, vielmehr stand das gemütliche Miteinander im Vordergrund. Und damit alles möglichst reibungslos ablief, hatten die Vorbereitungen bereits vor einem halben Jahr begonnen. Mehr als 400 Personen sorgten seither dafür, dass alles zum richtigen Zeitpunkt an seinem Platz war: beispielsweise 42 000 Essensportionen und noch weitaus mehr Getränke – darunter 40 000 Flaschen des eigens gebrauten Voith-Biers.

Angesichts von 200 laufenden Metern Tresen stand gestern ohne Zweifel die längste Theke der Stadt an der St. Pöltener Straße. Damit sich niemand von dort in nicht mehr fahrtüchtigem Zustand auf den Heimweg machte, verkehrten Shuttle-Busse bis weit nach Mitternacht und steuerten selbst weiter entfernte Orte wie Schwäbisch Gmünd, Blaustein und Geislingen an. Auch dieser Service sollte dem Anspruch der Organisatoren genügen: „Alle sollen im Anschluss sagen können: Es war ein super Fest, und ich bin stolz, bei dieser Firma zu sein“, so Oliver Berger, Manager Product & Corporate.

Kann Voith heuer auf eine 150 Jahre währende Geschichte zurückblicken, so fällt auch die Vielzahl der damit verknüpften Feierlichkeiten aus dem üblichen Rahmen. Das offizielle Programm weist nicht weniger als 97 Mitarbeiterfeste mit gut 16 000 Teilnehmern aus. Unter den weltweit größten Standorten verzeichnete Heidenheim mit 4500 die meisten eingeladenen Gäste. Es folgten Sao Paulo (Brasilien; 2300), Kunshan (China; 1200), Crailsheim und Shanghai (China) mit jeweils 1100.

Familientag als Abschluss

Den Schlusspunkt unter die Festivitäten am Voith-Stammsitz setzt ein Familientag am morgigen Samstag. Dann haben die Mitarbeiter die Gelegenheit, ihren Angehörigen das Firmengelände und ihren Arbeitsplatz zu zeigen. Das Congress-Centrum war derweil bereits am 4. Juli Schauplatz eines Festakts mit 400 geladenen Gästen aus aller Welt.