Heidenheim / Maximilian Haller Akustische Eigenkompositionen mit viel Herzblut und furiose Cover-Songs gab es beim Gitarrenkonzert von Hermann und Hendrik Bangert im Naturtheater.

Die große Frage, die beim Konzert von Hermann und Hendrik Bangert im Raum stand, stellte sich eine Zuschauerin gleich zu Beginn: „Ob die auch wirklich all diese Gitarren benutzen?“ In der Tat zierten am Samstag nicht weniger als acht gänzlich unterschiedliche Gitarren die Bühne. Keine einzige zu viel, wie sich im Laufe des Abends zeigen sollte.

Das Heidenheimer Vater-Sohn-Duo Hermann und Hendrik Bangert gab im Naturtheater akustische Eigenkompositionen zum Besten. Bereits beim Opener „First Snow“ wurde die Chemie zwischen den beiden deutlich. Immer wieder wanderten die Blicke zwischen Vater und Sohn hin und her, fließend wechselten sie zwischen Melodie und Harmonie. Worte zur Verständigung bedurfte es keiner.

Kaum zu glauben, dass das Duo erst seit einem dreiviertel Jahr ernsthaft Musik zusammen macht. „Für dieses Programm sind wir musikalisch zusammengerückt“, erzählte Hermann Bangert im fast komplett ausverkauften Naturtheater-Café. Davor hätten die beiden lediglich hin und wieder zusammen gejammed.

Zwei Ausnahmetalente auf der Bühne

Von den kreativen Früchten der Zusammenarbeit konnten sich die Zuschauer nun überzeugen. Ob beim irisch angehauchten „Last Order“ oder „Willy“, der musikalischen Verneigung vor ihrem Mentor Willi Geyer – beide Bangerts zeigten ihre musikalische Palette, die von Klassik über Flamenco, Rock und Blues bis hin zu Jazz reicht.

Auch der Song „Das Monster“ wurde seinem Namen mehr als gerecht: Dunkel, bedrohlich und doch völlig einnehmend. Den Namen erhielt dieses Stück laut Hermann Bangert aufgrund der „monsterhaften“ Fingersätze, die dafür benötigt werden. Dass hier zwei Ausnahmetalente auf der Bühne standen, zeigte sich mitunter daran, wie simpel selbst die komplexesten Handbewegungen aussahen. Manch einer im Publikum wunderte sich sogar darüber, dass er andere Töne höre als sehe.

Gastmusiker unterstützen

Unterteilt in drei Parts erfreute der zweite Teil des Gitarrenabends mit Gästen der lokalen Musikszene: Unterstützung erhielt das Vater-Sohn-Duo von Achim Kuch und Giosué Gammaro, die mal abwechselnd, mal gemeinsam ihre Sangeskünste demonstrierten sowie von Benny Jäger (Kontrabass, E-Bass), Michael Benning (Piano) und Samuel Haffter (Schlagzeug).

Beim jazzig angehauchten „Take All“ – eine Anlehnung an „Take Five“ vom Dave-Brubeck-Quartett – konnten sämtliche Musiker auf der kleinen Bühne mit ihren Talenten punkten. Der Abend stand zwar im Fokus der Gitarre, ließ jedoch auch genug Raum für alle anderen Instrumente.

Dass Hendrik Bangert seinem Vater in Sachen musikalisches Talent in keinster Weise nachsteht, demonstrierte er insbesondere im dritten Teil des Konzerts mit dem selbst komponierten Song „Ocean“ – was mit einer ausgiebigen Standing Ovation des Publikums belohnt wurde.

Neben Eigenkompositionen standen bei dem Konzert auch Interpretationen der Gitarren- und Rockliteratur auf dem Programm. Mit „Hey Jude“ von den Beatles gelang es dem Duo, einen Abend voller virtuoser Gitarrenmusik mit viel Herzblut wunderbar ausklingen zu lassen. Die „Nah nah nah nah“-Rufe des Publikums hallten auch dann noch durch das Café des Naturtheaters, als der Applaus schon lange verstummt war.

Ein gemeinsames Album

Die Eigenkompositionen von Hermann und Hendrik Bangert soll es bald auch in den eigenen vier Wänden zu hören geben. Das Vater-Sohn-Duo will ein gemeinsames Gitarren-Album aufnehmen.


Wann das noch titellose Werk erscheint, ist derzeit noch ungewiss. Wie es klingen soll, ist hingegen klar: „Breit gefächert“, so Hendrik Bangert.


Wie ein Song der Bangerts entsteht, und noch mehr Hintergrund-Infos gibt es auf www.noise-online.de.