Heidenheim Wiederwahl unsicher: Für Inge Gräßle bleibt es bei Platz fünf

Schlechte Startposition für Inge Gräßle in die Europawahl.
Schlechte Startposition für Inge Gräßle in die Europawahl. © Foto: Archiv
Heidenheim / Karin Fuchs 17.04.2018
Es kam wie vorhergesehen: Auf der CDU-Landesliste für die Europawahl haben vier Männer die Nase vorn auf Kosten der Heidenheimer Europaabgeordneten Inge Gräßle.

Die vier CDU-Bezirksverbände haben am Samstag ihre Kandidaten zur Europawahl festgelegt. Die ersten vier Plätze in den Bezirken gingen ausschließlich an Männer.

Herkunft spielt die größere Rolle als das Geschlecht

In Nordwürttemberg, dem Bezirk von Dr. Inge Gräßle, wurde auf Platz eins Rainer Wieland gewählt, Gräßle auf Platz zwei. Damit steht die Heidenheimerin auf der Landesliste automatisch auf Platz fünf. Das ist der nächste Platz, der dem Bezirk Nordwürttemberg zusteht.

Bei den vorherigen Wahlen hatte dieser Platz zwar immer gereicht, doch kann sich Gräßle der Wiederwahl nicht sicher sein. Denn verliert die CDU wie bei den vorherigen Wahlen an Stimmen, könnte es für Platz fünf nicht mehr reichen.

Mit dieser Wahl hat die CDU mit ihren alten Spielregeln nicht gebrochen und dem Regionalproporz die höchste Priorität beigemessen. Dass dabei Männer und Frauen vorne gleichermaßen vertreten sind, spielte keine Rolle.

Auf dem Bezirksparteitag wurde die Europaabgeordnete viel gelobt. EU-Kommissar Günther Oettinger sagte, Gräßle sei in Brüssel hoch angesehen. Landesvorsitzender Thomas Strobel sagte: „Liebe Inge, wir brauchen Dich in Brüssel und in Straßburg.“ Doch etwas dafür getan, dass die CDU auch 2019 auf ihre einzige Abgeordnete im Südwesten sicher zählen kann, hat er nicht. Zum Wahlverfahren sagte er: „Das war so in der CDU Baden-Württemberg, das ist so in der CDU Baden-Württemberg und das ist gut so.“

Gräßle kämpft für besseren Frauenanteil

Inge Gräßle ist da anderer Meinung, sie kämpft als Vorsitzende der Frauenunion seit Wochen auf verlorenem Posten: „Ich würde mir wünschen, dass die Partei versteht, dass wir Frauen fairere Chancen geben müssen als wir es bisher tun.“

Dieser Konfrontationskurs in erster Linie bezüglich einer Wahlrechtsreform bei den Landtagswahlen mag ihr Abschneiden bei der Vergabe der Listenplätze erklären: Sie erhielt mit 79,2 Prozent weitaus weniger Zustimmung als die anderen Kandidaten Nur eine Vertreterin der Frauenunion aus Schwäbisch Hall hatte als Ersatzkandidatin ein noch schlechteres Ergebnis.