Kirche Freie Stellen werden nicht mehr besetzt

Das evangelische Kirchenparlament im Kirchenbezirk Heidenheim ist in eine neue, sechs Jahre dauernde Legislaturperiode gestartet. Neben der Besetzung der Ausschüsse standen die Finanzen aber auch die Arbeit der Diakone im Mittelpunkt der mehrstündigen Sitzung.
Das evangelische Kirchenparlament im Kirchenbezirk Heidenheim ist in eine neue, sechs Jahre dauernde Legislaturperiode gestartet. Neben der Besetzung der Ausschüsse standen die Finanzen aber auch die Arbeit der Diakone im Mittelpunkt der mehrstündigen Sitzung. © Foto: Klaus-Dieter Kirschner
Klaus-Dieter Kirschner 09.04.2014
Wenn aus der kleinen Schar von acht Diakonen einer in den Ruhestand geht oder anderswo eine neue Stelle antritt und im Kirchenbezirk Heidenheim seinen Posten aufgibt, wird es keine Nachbesetzung geben.

In dem zur Premiere der neuen Bezirkssynode aufgelegten Flyer fehlte bereits Markus Lange, der bis vor kurzem in Steinheim als Jugendreferent tätig war und dessen Salär zum großen Teil per Spenden aufgebracht worden war. Diakonin Eva Schunk aus Königsbronn im Haus der evangelischen Kirche: „Das Diakonat ist ein sehr altes Amt in unserer Kirche und hat seine Anfänge in der urchristlichen Kirche. Die Grundlage dieses Dienstes: Der Glaube an den dreieinigen Gott, die Liebe zu den Menschen und die Zuwendung zur ganzen Schöpfung.“

Für Pfarrer Andreas Neumeister ist eines klar: „Unsere Diakone leisten im ganzen Kirchenbezirk einen ganz wunderbaren Dienst.“ Der Geistliche aus Steinheim wandte sich gegen das Schlagwort: „Kinder sind die Zukunft der Kirche.“ Richtig sei vielmehr: „Kinder sind ab ihrer Taufe schon Kirche... Und wo Kinder sind, sind die Eltern im Schlepptau nicht weit“. Im Blick auf die Konfirmanden sah Andreas Neumeister die Diakone gefordert: „Wenn sie hier mitmachen könnten, ist das bereits die halbe Miete, wenn wir junge Menschen an ihre Kirche binden möchten.“

Von daher müsse die Arbeit der Diakone im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit anders gesehen werden. Es gehöre auch die Arbeit mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern dazu: Ausbildung und Begleitung des Dienstes seien wichtig, betonte Neumeister.

Eva Schunk dachte in ihrem Vortrag auch an die Konfirmanden, denen man Heimat geben wolle, „wozu sie doch bei ihrer Konfirmation Ja gesagt haben.“

Bei der Seniorenarbeit unterscheide man zwischen „jungen“ und noch recht vitalen Senioren und denen, die besondere Zuwendung auch in der Pflege erwarten.

Eva Schunk und Andreas Neumeister sprachen noch weitere Arbeitsfelder kurz an: Sozialdiakonische Arbeit und Vesperkirche, Frauen- und Männerkreise, Bibelkreis und Weltgebetstage oder aber die ökumenische Selbsthilfegruppe Steinheim-Söhnstetten.

„Die Arbeit der Diakoninnen und Diakone ist ein Reichtum in unseren Kirchengemeinden und im Kirchenbezirk überhaupt,“ bekräftigte Dekan Dr. Karl-Heinz Schlaudraff. Und weiter: Diakone würden Gemeindeaufbau leisten und bräuchten dafür auch die Unterstützung aller. Der Kirchenbezirksausschuss habe angesichts knapper Finanzen einen Besetzungsstopp für sämtliche Stellen beschlossen, sagte der Dekan. Ernsthaft habe man die Frage diskutiert: „Was können wir uns in Zukunft noch leisten?“ Bei der Bezirkssynode liegen das Haushaltsrecht und die Entscheidung über den Stellenplan. Der demographische Abbruch im Landkreis Heidenheim sei auch das große Problem und eine Last für den Kirchenbezirk.

Einige wenige Wortmeldungen in der Bezirkssynode gab es zu der Präsentation der Arbeit der Diakone.