Heidenheim Fotoausstellung im Pressehaus: Aus der digitalen Dunkelkammer

Ibrahim Atasoy, Zoltán Máthé und Kevin Lochstampfer (von links) bei der Vorbereitung der Ausstellung im Pressehaus.
Ibrahim Atasoy, Zoltán Máthé und Kevin Lochstampfer (von links) bei der Vorbereitung der Ausstellung im Pressehaus. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Joelle Reimer 11.08.2018
Der Fotostammtisch Heidenheim bestreitet ab heute die nächste Ausstellung im Pressehaus. Dabei geht es um Natur im Kreis Heidenheim – und um die Rolle der digitalen Nachbearbeitung.

Ein Auge leicht zugekniffen, den Kopf nach links geneigt, betrachtet Ibrahim Atasoy das Bild, das vor ihm auf dem Tisch im Pressecafé der Heidenheimer Zeitung liegt. Mit der Spitze seines Zeigefingers, gekleidet in einen weißen Stoffhandschuh, verschiebt er das Passepartout um wenige Millimeter. „Neunzig Prozent macht das Auge aus“, sagt Zoltán Máthé, der neben Atasoy steht und sich mit seiner Aussage eigentlich auf die Fotografie, auf das Handwerk an sich bezieht – für das Einrahmen der Fotos aber gilt sie ganz genauso.

Natur rund um Heidenheim

„Natürlich Heidenheim“ heißt die Ausstellung mit rund 30 Bildern, die Atasoy, Máthé, Kevin Lochstampfer und vier weitere Mitglieder des Fotostammtisches Heidenheim bis zum 21. September im Pressehaus zeigen. Im Gespräch mit ihnen wird schnell klar, dass hier leidenschaftliche Fotografen am Werk sind: Da geht es plötzlich um Kameras, technische Details, digitale Bearbeitung und den richtigen Blickwinkel – ach ja, und um die Ausstellung, natürlich. „Die dreht sich um Natur, Landschaften, Flora und Fauna rund um Heidenheim“, sagt Atasoy, während Máthé mit seiner Digitalkamera schnell ein Bild von der steinernen Zeitungsausträgerin am Eingang des Pressehauses schießt. Er zuckt mit den Schultern und sagt: „spannendes Motiv.“

Einige der Fotografien stammen aus dem Archiv des Fotostammtisches – „natürlich solche, die bislang noch nicht ausgestellt wurden“ –, andere wurden extra neu angefertigt. Vom Brenzpark und der Brenz über das Tal bei Burgberg und Aufnahmen von Wasservögeln bis hin zu Fotos von der A 7 oder Itzelberg: Im Pressehaus hängt nun ein Querschnitt aus Landschaften und Orten im Kreis Heidenheim, von denen manche sicherlich noch nie aus den hier vorliegenden Blickwinkeln gesehen wurden.

Austausch unter Fotografen

Erfahrung mit gemeinsamen Ausstellungen wie dieser haben die Mitglieder des Fotostammtisches allemal; zuletzt präsentierten sie einige ihrer Bilder über ein Jahr lang im Congress Centrum. „Unsere Mitglieder sind zwischen 19 und 74 Jahre alt. Verschiedene Generationen, verschiedene Nationen. Das macht es so spannend. Und je nach Ausstellung wechseln wir uns ab“, erklärt Lochstampfer. Denn beim Fotostammtisch, einer freien Vereinigung von Fotografen aus dem Raum Heidenheim, hat jeder sein Spezialgebiet – von Portraits über Landschaften, Hochzeiten bis hin zu Architektur oder Technik. „Wir sind kein Verein, haben keine Pflichten und keine Beiträge. Das Ganze dient lediglich dem Austausch untereinander“, sagt Atasoy, der 2011 mit dem Fotografieren begonnen und sich inzwischen nebenberuflich auf Hochzeitsfotografie spezialisiert hat. Die digitalen Möglichkeiten würden heutzutage den Einstieg in die Fotografie ungemein erleichtern. „Wir brauchen etwa ein Drittel der Zeit, um das Bild zu machen, und zwei Drittel, um es nachzubearbeiten“, so Lochstampfer. Ihre Fotografien – so auch die, die aktuell im Pressehaus hängen – machen sie im sogenannten Raw-Format, das heißt, die Kamera liefert nur die Rohdaten und der Fotograf bestimmt in der Nachbearbeitung, wie das Bild aussehen soll. Photoshop oder Lightroom sind dabei nicht verpönt, im Gegenteil: „Ich nenne es die digitale Dunkelkammer. Denn im Prinzip ist es ja nichts anderes. Mit dem Vorteil, dass man dort keinen giftigen Stoffen ausgesetzt ist“, sagt Atasoy.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel