Bildung Forschung an der DH: Kein Geld, trotzdem viele Projekte

Kümmern sich um das Thema Forschung an der Dualen Hochschule: Prorektor Prof. Dr. Andreas Mahr und Dr. Mirjam Folger, die für den Forschungssupport zuständig ist.
Kümmern sich um das Thema Forschung an der Dualen Hochschule: Prorektor Prof. Dr. Andreas Mahr und Dr. Mirjam Folger, die für den Forschungssupport zuständig ist. © Foto: Oliver Vogel
Heidenheim / Von Silja Kummer 27.02.2017
Seit sieben Jahren hat die Duale Hochschule einen Forschungsauftrag, aber keine Mittel, um diesen zu finanzieren. Trotzdem laufen viele Projekte.

Die Duale Hochschule verbindet man mit akademischer Lehre und praktischer Berufsausbildung, aber nicht zwingend mit wissenschaftlicher Forschung.

Das mag daran liegen, dass sich dieses Gebiet erst in den letzten Jahren langsam etabliert hat – und der Dualen Hochschule im Gegensatz zu den Universitäten dafür kein Geld und kein Personal zusätzlich zur Verfügung steht. „Bei uns gibt es keinen akademischen Mittelbau“, erläutert Prof. Dr. Andreas Mahr, Prorektor der DHBW Heidenheim. Akademische Mitarbeiter seien nur vereinzelt vorhanden, oft könnten Stellen auch nur projektbezogen und damit zeitlich befristet besetzt werden.

Der Forschungsauftrag datiert aus dem Jahr 2009, als die Berufsakademie den Hochschulstatus bekam. Die DHBW, die es in dieser Form nur in Baden-Württemberg gibt, erhielt damals einen „kooperativen Forschungsauftrag“.

Dies sei damals neu und deshalb auch noch nicht definiert gewesen, so Mahr. Es dauerte bis April 2014, als die Duale Hochschule in Heidenheim eine Ansprechpartnerin für den Bereich Forschung einstellen konnte. Seither bietet Dr. Mirjam Folger Forschungssupport an.

In engem Kontakt zu Firmen

Jedoch hat die Duale Hochschule bedingt durch ihre Struktur auch Vorteile: „Wir haben engen Kontakt zu Unternehmen und aktuelles Wissen“, sagt Mahr. Forschungsprojekte können zusammen mit den Partnerfirmen aus der Dualen Ausbildung angestoßen werden. Mittlerweile, so Mahr, seien aber auch andere Unternehmen mit im Boot. „Gerade Mittelständler haben in diesem Bereich oft Defizite“, erläutert der Prorektor, der Medizinische Informatik studiert und am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg promoviert hat.

Mirjam Folger kümmert sich darum, wo es öffentliche Gelder für Forschungsprojekte gibt und hilft den Professoren der verschiedenen Studiengänge bei der Beantragung dieser Drittmittel. „Anfragen von Unternehmen kommen zum Teil bei mir an, manchmal werden aber auch die Professoren oder Studenten direkt kontaktiert“, sagt Folger.

Dabei seien Studenten oft mit Entwicklungsthemen, Professoren eher mit Forschung beschäftigt. „Da gibt es sehr viele Nuancen dazwischen“, so Folger. An der DH wird das Gebiet mit „Forschung, Innovation und Transfer“ beschrieben. Die Drittmittel, die jährlich für die Forschung gewonnen werden können, liege im unteren sechsstelligen Bereich. 2016 starteten drei neue Drittmittelprojekte, viele laufen über mehrere Jahre.

Eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Forschung nimmt die Fakultät für Sozialwesen ein: „Dort ist die Publikationsdichte besonders groß“, sagt Mahr. Auch Partner für Projekte würden hier leicht gefunden werden.

FCH und Polizei als Partner

So startete schon im Jahr 2015 im Studiengang Kinder und Jugendhilfe ein Forschungsprojekt, in dem es um Präventionskonzepte geht und das aus einem Förderprogramm der Europäischen Union finanziert wird. Auch im Bereich Fußball und Fans wurde geforscht, hier ging es um „Dialogförderung Polizei und Fußballfans“, die Partner waren das Polizeipräsidium Ulm und der 1. FC Heidenheim.

Noch im ersten Halbjahr 2017 will die Duale Hochschule Heidenheim eine Checkliste für Unternehmen herausbringen, in der sie selbst herausfinden können, ob sie innovationsfähig sind. „Oft fehlt den Unternehmen das Wissen, an wen sie sich wenden können“, sagt Mirjam Folger. Deshalb sollen die Forschungsaktivitäten der Dualen Hochschule auch noch deutlich bekannter werden.