Sport Flussfahrt: Kajaker Stefan Finsinger musste seine Tour abbrechen

Nach fünf Tagen musste Stefan Finsinger seine Rheinfahrt unterbrechen.
Nach fünf Tagen musste Stefan Finsinger seine Rheinfahrt unterbrechen. © Foto: Benjamin Abele
Siglinde Broich-Bernt 15.09.2017
Stefan Finsinger wollte in zehn Tagen den Rhein bezwingen und erlitt Schiffbruch.

Kajaker Stefan Finsinger ist zurück. Nicht aus Rotterdam, dem gesteckten Ziel seiner Expedition, die er für einen guten Zweck angetreten hatte, sondern aus Straßburg. Am fünften Tag der abenteuerlichen Flussfahrt musste der 38-Jährige aufgeben. Der Paddler war den Strapazen zwar gewachsen gewesen, das Boot nicht.

„Ohne Wenn und Aber: Das sportliche Ziel ist nicht erfüllt worden“, sagt Finsinger und ist dennoch mit sich zufrieden. „Körperlich könnte ich die Strecke leicht bewältigen. Was mir auf den 530 Kilometern, die ich trotz allem geschafft habe, manchmal die Kräfte zu rauben drohte, war die Monotonie des Stroms.“

Der hatte sich unbemerkt einen Weg ins Wanderkajak gebahnt und schließlich die guten Vorsätze des ambitionierten Sportlers über Bord gehen lassen. „Zelt nass, Schlafsack nass, Vorräte, Kleidung kurzum alles triefte“, erzählt Finsinger. Als eine Reparatur aussichtslos erschien, nichts mehr trocknen wollte, Unwetter drohte und der Zeitverlust immer größer wurde, zog der Physiotherapeut die Reißleine. „Dass ich aufgegeben habe, sehe ich nicht als Niederlage an.“

Herausforderung hat am Bodensee begonnen

Warum das Vorhaben den Bach runter ging, hat Stefan Finsinger in den letzten Tagen sehr genau analysiert. Die ersten beiden Etappen seien gut gelaufen. Die eigentlich Herausforderung habe am Bodensee begonnen. „Mit meinem 75 Kilo schweren, voll beladenen Boot habe ich mich auf diesem riesigen See unwohl gefühlt.“ Ein drohendes Gewitter im Rücken hat den Extremsportler schnell vorankommen lassen. Völlig verausgabt kam nach dem dritten Etappenziel der erste Rückschlag: „Die Schweizer haben mir nicht erlaubt, am Ufer mein Nachtlager aufzuschlagen.“

Bett und Bleibe fand Finsinger in Lindau, verloren allerdings kostbare Zeit. Die versuchte der 38-Jährige zum Teil an den Staustufen des Rheins wettzumachen – bis das Boot ein Loch bekam.

Rückhalt gibt es von den Sponsoren der Expedition. Der Physiotherapeut: „Alle unterstützen die Aktion in voller Summe.“ Der Erlös soll in Geräte für den Spielplatz bei der Königin-Olga-Schule investiert werden.