Heidenheim Streikt bald auch der öffentliche Dienst?

„Wir sind es wert,“ war das Motto des Streiks im Jahr 2015. Auch damals schon wurde in den Kitas gestreikt und die Erzieherinnen demonstrierten vor dem Rathaus für mehr Lohn.
„Wir sind es wert,“ war das Motto des Streiks im Jahr 2015. Auch damals schon wurde in den Kitas gestreikt und die Erzieherinnen demonstrierten vor dem Rathaus für mehr Lohn. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Erwin Bachmann 14.03.2018
Tarifkonflikt: Verdi will Bewegung in die Verhandlungen bringen: was Warnstreiks nach sich ziehen könnte.

Noch läuft alles auf gewohnten und eingefahrenen Wegen. Die Gewerkschaft fordert, die Arbeitgeber lehnen ab, und am Verhandlungstisch wird in gut geübter Übereinstimmung die Unvereinbarkeit der Positionen betont.

Das ritualisierte Geschehen scheint sich auch in der aktuellen Tarifrunde für den öffentlichen Dienst zu wiederholen, und so überrascht kaum, dass die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einem frühen Stadium schon mal die Muskeln spielen lässt. Nachdem es in der zweiten Tarifrunde gestern keine Annäherung gegeben hat, könnte es nach Ankündigung von Maria Winkler, Verdi-Geschäftsführerin des Bezirks Ostwürttemberg-Ulm, in der nächsten Woche auch in Heidenheim zu ersten Warnstreiks kommen.

Welche Einrichtungen sind betroffen?

Betroffen wären öffentliche Einrichtungen wie etwa das Rathaus, die städtischen Baubetriebe, die Stadtwerke, das Klinikum, die Sparkasse und auch die kommunale Kindergärten – also Institutionen, die schon in der Vergangenheit immer wieder zu Schauplätzen von Arbeitskämpfen geworden sind. Noch gut in Erinnerung ist das Jahr 2015, als im Zuge einer landesweiten Aktion fast alle der sieben städtischen Kindertageseinrichtungen über einen längeren Zeitraum bestreikt wurden.

Auch wenn die jetzigen Tarifverhandlungen nach Ankündigung von Verdi-Chef Frank Bsirske „kein Spaziergang“ sein werden, startet die gewerkschaftliche Gegenbewegung in der Region ausgerechnet mit einem „Stadtspaziergang“, zu dem Verdi heute die Erzieherinnen von 32 städtischen Kitas in Ulm aufruft.

Eine auf eine Stunde befristete Aktion und damit nicht vergleichbar mit dem, was Heidenheim in der kommenden Woche blühen könnte: Die Zeitspanne des hier angedachten Warnstreiks liegt Maria Winklers Angaben von Anfang an zwischen einem halben und einem ganzen Tag.

Die Forderungen:

Und ums was geht's? Verdi fordert für die rund 15 000 Tarifbeschäftigten in Ostwürttemberg sechs Prozent mehr Entgelt, für die unteren Lohngruppen monatlich mindestens 200 Euro mehr. Zuviel, sagt etwa der Deutsche Landkreistag, der das gewerkschaftliche Ansinnen angesichts der in vielen Fällen nach wie vor angespannten kommunalen Haushaltslage als schlichtweg nicht erfüllbar bezeichnet.

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