Heidenheim E-Mobilität und Finanzierung: Die großen Aufgaben der HVG

Die ZOH an der Marienstraße: Drehscheibe des Stadtbusverkehrs.
Die ZOH an der Marienstraße: Drehscheibe des Stadtbusverkehrs. © Foto: Markus Brandhuber
Heidenheim / Michael Brendel 08.07.2018
Die Heidenheimer Verkehrsgesellschaft muss künftig ohne Zuschüsse auskommen und deshalb die Zahl der Fahrgäste steigern.

Für Tomas Medreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien, ist die Rollenverteilung klar: „Die Probleme des Klimawandels müssen in den Städten gelöst werden“. Dazu zählt, dass der gesamte Verkehr sauberer wird.

Dem Stadtbusnetz der österreichischen Hauptstadt mit 143 Linien kommt dabei natürlich ein anderes Gewicht zu, als dem Heidenheimer mit gerade einmal sieben. Die Aufgaben sind angesichts der Diskussionen um Schadstoffgrenzwerte und Dieselfahrverbote jedoch vergleichbar.

Bis alles „E“ fährt, dauert es noch lange

Deshalb hat die E-Mobilität hier wie dort eine große Bedeutung. „Bis alle unsere Fahrzeuge elektrisch angetrieben werden, ist es noch ein weiter Weg“, sagt Ralf Kuschel, Betriebsleiter der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft (HVG).

Das Thema steht jedoch längst auf der Tagesordnung. Und es wird immer wichtiger, schließlich sollen möglichst viele Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegt werden. Mehr Fahrgäste bedeuten eben höhere Einnahmen, und die sind existenziell für die HVG: Die Zusage, den Stadtbusverkehr auch in den kommenden zehn Jahren betreiben zu dürfen, hat sie nach einer europaweiten Ausschreibung unter der Bedingung eines eigenwirtschaftlichen Angebots erhalten. Heißt: Das Unternehmen deckt seine Kosten mit eigenen Mitteln und erhält keine öffentlichen Zuschüsse mehr.

2017 beförderte die HVG rund 5,7 Millionen Fahrgäste. Eine genaue Differenzierung zwischen Stadt- und Regionalverkehr ist aufwendig, da viele Fahrten über die Stadtgrenzen hinausgehen. Die Zahl ist in den vergangenen zehn Jahren um rund fünf Prozent gesunken – nach Einschätzung der Geschäftsführung eine Folge rückläufiger Schülerzahlen infolge des demografischen Wandels.

Rund 2,4 Millionen Kilometer legen die gut fünf Dutzend Fahrer der HVG – darunter zwei Frauen – pro Jahr zurück. Sprachbarrieren gibt es kaum, kommen die Chauffeure doch unter anderem aus Deutschland, Kroatien, Russland Albanien, Polen, Amerika und dem Libanon.

„Die internationale Truppe unserer Busfahrer steht für Integration“, sagt Kuschel. Und englisch sprechen die meisten recht gut. Auch für den Nachwuchs sorgt die HVG selbst: Derzeit werden zwei Berufskraftfahrer ausgebildet, und im Unterschied zu anderen Städten gab's bisher immer genügend Bewerber.

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