Heidenheim FCH: Kommt der Stadionverkauf jetzt doch?

Der Gemeinderat soll bald über den Verkauf des Stadions an den 1. FC Heidenheim beraten.
Der Gemeinderat soll bald über den Verkauf des Stadions an den 1. FC Heidenheim beraten. © Foto: Archiv/Rudi Weber
Heidenheim / Silja Kummer 05.06.2018
Die DKP drängt auf eine Erhöhung der Pacht, die der 1. FC Heidenheim für die Voith-Arena bezahlt. Diese könnte aber schon bald durch den Verkauf des Stadions hinfällig werden.

Die DKP, die mit Stadtrat Reinhard Püschel im Gemeinderat vertreten ist, hat einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, die Pacht die Voith-Arena zu erhöhen. Bisher zahlte der 1. FC Heidenheim rund 2600 Euro im Jahr. Die DKP schlägt eine deutliche Erhöhung auf 275.000 Euro für die Heimspiele und Zuschläge für weitere Spiele des in der Zweiten Bundesliga vertretenen Fußballvereins vor.

Der Antrag ist bei der Stadt eingegangen, nach Auskunft von Oberbürgermeister Bernhard Ilg aber möglicherweise ohnehin hinfällig: Die Verwaltung wolle dem Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen den Verkauf des Stadions an den FCH vorschlagen.

Preis an Gutachten orientiert

Der Kaufvertrag soll an einem Wertgutachten orientiert sein, das die Stadtverwaltung für das Stadion in Auftrag gegeben hat. Es stehe noch eine Abstimmung mit dem Finanzamt aus, so Ilg. Wenn möglich, soll das Thema in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 28. Juni, auf die Tagesordnung kommen, spätestens aber in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am Donnerstag, 19.Juli.

Darüber hinaus sei eine Erhöhung der jährlichen Pacht nicht so einfach zu bewerkstelligen: „Es gibt einen Pachtvertrag, den man nicht einseitig ändern kann“, so der Oberbürgermeister.

Dies ist der zweite Anlauf in Sachen Stadionverkauf: Für eine kontroverse Diskussion hatte der Beschluss des Gemeinderats im März 2017 gesorgt, laut dem der Pachtvertrag mit dem 1. FC Heidenheim für die Voith-Arena aufgelöst und das Stadion für einen symbolischen Euro an den Verein überschrieben werden sollte.

FCH lehnte das Angebot ab

Letztlich lehnte der FCH die Eigentumsübertragung ab, da sich die Stadt für den Fall einer Insolvenz des FCH ein Rückkaufsrecht zum Kaufpreis von einem Euro hatte sichern wollen. Dadurch hätte der Verein das Stadion nicht als Sicherheit für Kredite nutzen können, bei einer Beleihung wäre auch die Zustimmung des Gemeinderats nötig gewesen.

FCH-Geschäftsführer Holger Sanwald, der selbst Stadtrat für die CDU ist, hatte schon im März 2017 angekündigt, er werde keinen Vertrag unterschreiben, der den Interessen des Vereins zuwiderlaufe. Man wolle Unabhängigkeit von der Politik erreichen. Mit dem Stadion als Eigentum wollte der Verein Fremdkapital beschaffen, Grundschulden sollten als Absicherung dienen.