Wintergeschichten Fahrschule bei Winterwetter: Vor allem Anfänger überschätzen sich

Fahrlehrer Yannis Girndt weiß, worauf es beim Fahren im Winter ankommt.
Fahrlehrer Yannis Girndt weiß, worauf es beim Fahren im Winter ankommt. © Foto: Manuela Wolf
Heidenheim / Manuela Wolf 02.01.2018
Fahrlehrer Yannis Girndt lässt bei Schneesturm auch mal Unterricht ausfallen.

Fahranfänger tun sich besonders schwer bei schwierigen Witterungsverhältnissen. Das weißt auch Fahrlehrer Yannis Girndt.

Schnee, Matsch, Glatteis, Nebel. Wie kommen Fahranfänger mit den derzeitigen Witterungsverhältnissen zurecht?

Yannis Girndt: Viele Fahrschüler haben schon ein bisschen Angst, wenn sie auf schneebedeckten Straßen unterwegs sind. Die Stunde beginnt deshalb immer mit einer Gefahrenbremsung. Da merkt man gleich, wie glatt es ist und bekommt ein Gefühl für das Auto. Wichtig ist, dass man langsam tut.

Muss man das den Leuten sagen?

Anfänger lassen sich oft zum schnellen Fahren verleiten. Auf der Autobahn zum Beispiel, wenn sie von einem SUV überholt werden. Ich sage dann immer: Das ist ein großes Auto mit einem anderen Antrieb, Fuß weg vom Gas.

Was ist schlimmer: Schnee oder Glatteis?

Eindeutig Glatteis. Bei Schnee nimmt man automatisch an, dass es glatt sein könnte, weil man ihn sieht. Glatteis dagegen ist oft von Nässe nicht zu unterscheiden. Das ist tückisch.

Gibt es Fahrschüler, die wegen des Wetters streiken?

Ich erlebe das eher andersrum. Besonders Ältere finden es super, im Winter den Führerschein zu machen. So können sie sich unter Anleitung mit den Gefahren von Eis und Schnee vertraut machen. Das gibt Sicherheit für den nächsten Winter.

Lassen Sie Stunden ausfallen, wenn Ihnen Straßenverhältnisse problematisch erscheinen?

Ein Neuling wäre komplett überfordert, wenn er die erste Stunde bei Glatteis machen müsste. Oder ein Schneesturm auf der Autobahn erleben würde. Da bringt eine Doppelstunde nicht den doppelten Lerneffekt. In solchen Fällen wird die Fahrstunde reduziert oder verschoben.

Hatten Sie mit dem Fahrschulauto schon einen Unfall im Winter?

Ja, aber da war ich zum Glück alleine unterwegs. Mir ist jemand reingerutscht. Ich fahre um die Jahreszeit vorsichtig und mit Respekt. Mein BMW hat einen Heckantrieb und neigt trotz neuester Technik dazu, in Kurven auszubrechen.

Wie oft mussten Sie schon Scheibenkratzen in den letzten Wochen?

Bisher hatte ich Glück und musste noch kein einziges Mal ran. Ich habe leider keine Garage. Aber ich parke immer so, dass das Auto nicht so arg im Wind steht.

Welche Tipps geben Sie Schülern, die gerade ihre Prüfung bestanden haben, mit auf den Weg?

Da gibt es ein paar Dinge: Scheibenreiniger nachfüllen, Auto komplett vom Schnee befreien, Außenspiegel putzen, Licht auch tagsüber einschalten. Sehr wichtig wäre, dass nicht an guten Reifen gespart wird. Aber dafür haben junge Leute keine Kohle. Ich kenn das noch von mir. Manuela Wolf

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