Kulisse Explosionen: Das Naturtheater lässt's krachen

Schwierigkeit: Der Kugelblitz muss Tageslicht-tauglich sein. Doch die Pyrogruppe des Naturtheater macht's möglich – dank (von links) Felix Antoniuk, Martin Junginger, Andreas Warken, Verena Schmidt-Steffens und Andreas Warken
Schwierigkeit: Der Kugelblitz muss Tageslicht-tauglich sein. Doch die Pyrogruppe des Naturtheater macht's möglich – dank (von links) Felix Antoniuk, Martin Junginger, Andreas Warken, Verena Schmidt-Steffens und Andreas Warken
Heidenheim / Andreas Antoniuk 09.08.2016
Die „Kleine Hexe“ zahlt es den bösen Hexen am Ende mit Blitz und Donner heim und der Kessel mit der „Feuerzangenbowle“ steht auf einem wärmenden Feuer - mitten auf der Bühne. All das sind Effekte, die den Stücken im Naturtheater erst die nötige Würze geben.

Verantwortlich dafür zeichnet eine Gruppe von sechs leicht pyromanisch angehauchten Menschen, die schon immer vom Umgang mit allem, was brennt, knallt und raucht fasziniert sind: Felix Antoniuk, Martin Junginger, Katharina Schimmerle, Verena Schmidt-Steffens, Andreas Warken und Klaus-Peter Zemler sorgen dieses Jahr im wahrsten Sinne des Wortes für die Knalleffekte auf der Freilichtbühne am Salamanderbächle.

Und sie wissen natürlich nur zu genau, was sie da tun, sind die doch zum Großteil ausgebildete Film- und Fernsehpyrotechniker, die gelernt haben, mit Effekten und Feuerwerkskörpern auf einer Freilichtbühne umzugehen.

Und was da im Laufe einer Produktion so alles in und durch die Luft fliegen soll, das wird im Vorfeld eines neuen Stückes erst einmal zusammen mit dem jeweiligen Regisseur besprochen, der mit der Pyro-Crew seine Vorstellungen durchgeht.

Dabei werden alle möglichen Aspekte berücksichtigt; so zum Beispiel, welche Pyrotechnik an welcher Stelle im Stück den optimalen Effekt hervorruft, was man in Sachen Sicherheit zu beachten hat – und wo man die Zuschauer eventuell überfordern könnte.

Wenn diese Vorüberlegungen abgeschlossen sind, beginnt für die „Feuerwerker“ die eigentliche Arbeit. Manche Dinge kann man, sozusagen „von der Stange erworben“, direkt einsetzen, bei andern Gelegenheiten ist die Kreativität und Handwerkskunst der Akteure gefragt, wenn es um ganz spezielle Dinge geht.

So musste der Kugelblitz, mit dem die kleine Hexe die Oberhexe nebst Gefolge auf dem Blocksberg in Angst und Schrecken versetzt, Tageslicht-tauglich sein. Oder es galt zu überlegen, wie bei den „Blues Brothers“ die Telefonzelle, in der Jake und Ellwood ihren Gig für das Waisenhaus klarmachen wollten, spektakulär in die Luft fliegen könnte; Zemler tüftelte hier eine ganze Weile, bis sich das Ding auch tatsächlich mit viel Feuer und Rauch ein seine Einzelteile auflösen konnte.

Alles in allem kommen in der Vorbereitungsphase bis zu 50 Stunden für die ehrenamtlichen Mitglieder der Gruppe zusammen, bis alles so steht, wie man es braucht.

Für solch einen Zeitaufwand braucht es natürlich jede Menge Enthusiasmus und Spaß an der Sache. Und der Grundstein für dieses Engagement wurde – wie könnte es anders sein – im Naturtheater gelegt, wo vor vielen Jahren bei dem Zirkusstück „Katharina Knie“ für die Bühne und davor Feuerkünstler gesucht wurden.

Bei Klaus Zemler („In jedem Menschen steckt ein kleiner Pyromane“) und Felix Antoniuk sprang der Funke über, und aus der Bühnenshow-Gruppe entwickelte sich die Feuershowgruppe „Incendium“, die mit ihren Auftritten unter anderem bei der Landesgartenschau die Massen in ihren Bann zogen.

Und so war es nur folgerichtig, dass Mitglieder der Gruppe, zu der in der Zwischenzeit auch Verena Schmidt-Steffens gestoßen war, auf Betreiben von Andreas Warken schließlich die Pyrogruppe des Naturtheaters verstärkten und da zusammen mit anderen Mitgliedern der Pyro-Crew auch im nächsten Jahr dafür sorgen werden, dass es auf der Bühne immer wieder mal feurig zugeht.

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