Buch Ex-Heidenheimer Michael Kost ist Co-Autor eines Werks übers Wetter im Land

Zeigt jetzt auch in Buchform, wo's in Sachen Wetter langgeht: Michael Kost.
Zeigt jetzt auch in Buchform, wo's in Sachen Wetter langgeht: Michael Kost. © Foto: Privat
Michael Brendel 08.01.2018
Der frühere Heidenheimer Michael Kost ist Co-Autor eines Werks übers Wetter im Land.

Die Herausforderung: Small Talk. Die Lösung: Wetterthemen. Feststellungen dazu sind unverfänglicher als politische Meinungsäußerungen und setzen erheblich weniger Sachkenntnis voraus. Zumindest auf den ersten Blick. Wer sich freilich etwas intensiver damit befasst, was sich Tag für Tag über unseren Köpfen abspielt, merkt schnell, dass es um mehr geht als um Sonne, Regen und Wind.

Und wenn jemand die Zusammenhänge des komplexen Geschehens anhand interessanter Geschichten zu erklären vermag, taugt das Wetter zu viel mehr als zum belanglosen Small-Talk-Thema.

Eine Vorreiterrolle auf diesem Weg kommt den Wetter-Reportern des Südwestrundfunks zu: Michael Kost, der als Kind einige Jahre in Heidenheim gelebt hat, Michael Kögel, Thomas Miltner und Harry Röhrle. Bei Wind und Wetter sind sie in Baden-Württemberg unterwegs, um dem Wetter dort nachzuspüren, wo es sich zeigt. Und das ist garantiert nicht in einem klimatisierten Fernsehstudio der Fall.

Vorbei die Zeiten, in denen eine Stimme aus dem Off dem Zuschauer erläuterte, was die Symbole auf einer Landkarte rieten: Sicherheitshalber den Schirm mitnehmen, um gegen Schauer gewappnet zu sein. Es sei denn, die stilisierte Wolke reichte über das ihr grafisch zugedachte Einzugsgebiet hinaus, weshalb eine Sonnenschutzcreme sinnvoller gewesen wäre.

Wesentlich lebensnäher wird's, wenn die vier von der Wetterfront vor Ort ausgraben, was das Wetter für Land und Leute bedeutet, indem sie dem Experten-Kauderwelsch ein Gesicht geben. Das des Winzers aus dem Taubertal beispielsweise, der die Triebe seiner Reben vor dem Nachtfrost-Tod rettet, indem er sie mit Wasser besprüht und ihnen dadurch einen schützenden Eispanzer verpasst. Das des Cabrio-Fahrers aus dem (nomen est omen!) Killertal, dessen Auto nach einem Unwetter bis zur Dachunterkante von Wasser und Schlamm geflutet wurde. Oder das der Häusle-Besitzer in Grafenberg, denen tennisballgroße Hagelkörner in Minuten Fassaden, Dachfenster und Rollläden zerlegten.

Expertenblick von oben

Glücklicherweise geht's auch friedlicher, faszinierender. Es sind die Momente, in denen Kost buchstäblich in seinem Element ist: in der Luft. Dann hebt der passionierte Pilot samt Kamera- und Tonmann in Elchingen mit einer kleinen Maschine ab und absolviert eine Tour – vom „Schwäbisch Sibirien“ genannten Härtsfeld, wo's den berühmten Kittel kälter ist, zum Albtrauf mit den Drei-Kaiser-Bergen, übern Bodensee mit Blick auf die Alpen und wieder zurück.

Als es zur Eröffnung der Landesgartenschau 2006 spektakuläre Bilder sein sollten, umkreiste Kost im Sonnenaufgang mit dem Ultraleichtflugzeug über der Heidenheimer Innenstadt den „Schau-Schau-Heißluftballon“.

Schön fürs Auge. Und ansprechend für den Fernsehzuschauer, wenn der das Ganze abends vorgesetzt bekommt, verpackt in eine lehrreiche Geschichte – oder jetzt in Buchform. Aber nicht nur für den: „Eine der wunderbarsten Erfahrungen als Journalist und Wetter-Reporter ist, dass man jeden Tag etwas dazulernt“, sagt Miltner.