Heidenheim Welche Folgen der Wintereinbruch hatte

Ordentlich zu tun hatte gestern der Winterdienst im gesamten Landkreis. Weitere Fotos unter hz.de.
Ordentlich zu tun hatte gestern der Winterdienst im gesamten Landkreis. Weitere Fotos unter hz.de. © Foto: Sabrina Balzer
Heidenheim / Michael Brendel 09.01.2019
Trotz diverser Verkehrsbehinderungen kann in Heidenheim im Gegensatz zu anderen Gebieten von einem Chaos keine Rede sein.

Ein fast schon in Vergessenheit geratenes Geräusch: das Scharren der Räumfahrzeuge, die frühmorgens den Schnee von den Straßen schieben und die Anwohner aus dem Schlaf reißen. Gestern war es vor allem in den höheren Stadtlagen wieder einmal zu hören. Es folgten Diskussionen darüber, wie mit der Situation umzugehen sei, nachdem es der Natur beliebt hatte, in der Nacht eine geschlossene Schneedecke aufs Land zu legen.

Die einen erfreuten sich des Anblicks, nachdem es abermals keine weißen Weihnachten gegeben hatte. Die anderen stöhnten und schwitzten, während sie ihren Gehweg freischippten. Und dann musste ja der Weg zur Arbeitsstelle oder in die Schule bewältigt werden. Wer mit dem Pkw unterwegs war, benötigte dafür mancherorts deutlich mehr Zeit als üblich, etwa zwischen Itzelberg und Schnaitheim.

Busse fuhren verspätet

Ganz ohne Verspätungen und vereinzelte Ausfälle kam auch der Stadtbusverkehr nicht aus. „Ein Problem gab es zum Beispiel im Osterholz, weil sich dort ein Gelenkbus festgefahren hatte“, sagte auf Nachfrage Daniel Walther, Betriebsleiter der Heidenheimer Verkehrsgesellschaft (HVG). Da vorsorglich ein Reservefahrzeug eingesetzt worden sei, hätten aber nach der Abwicklung des Schülerverkehrs die Verbindungen den ganzen Tag über wieder weitgehend reibungslos funktioniert.

Die HVG-Leitstelle setzte sich vorsorglich bereits um 4Uhr mit den Räumdiensten der verschiedenen Kommunen in Verbindung. Um diese Zeit wurde laut Benjamin Beck von den Städtischen Betrieben auch der Winterdienst in Heidenheim alarmiert, sodass er mit seinen Lkw und Schleppern bereits im Einsatz war, als der angekündigte starke Schneefall einsetzte. Um 5Uhr waren zudem die ersten fünf Handräumtrupps im Stadtgebiet unterwegs, zwei Stunden später folgten weitere acht.

Zunächst ging es darum, die im Prioritätenplan ganz oben stehenden Straßen zu räumen und offen zu halten. Dazu gehören vielbefahrene Durchgangsstraßen, Gefällstrecken, Buslinien und die Zufahrten zum Klinikum. Anhaltender Schneefall und Verwehungen sorgten dafür, dass das Augenmerk immer wieder auf diese Abschnitte gelenkt werden musste, als weniger bedeutsam eingestufte Strecken hingegen erst nach und nach – oder auch gar nicht – berücksichtigt werden konnten.

Da auch für die nächsten Tage Schneefälle angekündigt sind, dürften bis auf Weiteres längere Fahrtzeiten unumgänglich sein. Und ein gewisses Maß an Gelassenheit. Denn wie sagte doch gestern ein Beobachter der Szene: „Man nennt das Winter.“

Was tun, wenn wegen der winterlichen Verhältnisse die Müllabfuhr nicht kommt?

Der Winter hat auch Auswirkungen auf die Müllabfuhr. Etliche gelbe Säcke blieben zuletzt liegen, Tonnen wurden nicht geleert (Foto: Sabrina Balzer). Mancherorts war auch nur eines davon der Fall.

Eine Erklärung liefert Lothar Hänle, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Mitarbeiter des Kreisabfallwirtschaftsbetriebs: Da das beauftragte Entsorgungsunternehmen unterschiedlich große und schwere Fahrzeuge einsetzt, ist es möglich, dass eines selbst bei wenig Schnee bestimmte Straßen nicht mehr ansteuern kann. Die Entscheidung darüber trifft der Fahrer.

Ausgefallene Abfuhren werden laut Hänle aufgrund des eng gestrickten Zeitplans normalerweise nicht nachgeholt. Die betroffenen Haushalte sind stattdessen beim nächsten regulären Abholtermin an der Reihe. Der Kreisabfallwirtschaftsbetrieb bittet sie, gelbe Säcke und Tonnen bis dahin vom Straßenrand zurückzuholen. Bei Bedarf kann bei der nächsten Abfuhr zusätzlich ein Müllsack neben die Tonne gestellt werden.

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