Bildung Wie funktionieren Schulen in Südtirol?

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Heidenheim / HZ 03.06.2018
Eine Delegation der GEW mit Heidenheimer Beteiligung schaute sich Schulen in Südtirol an.

Eine Abordnung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), darunter der Heidenheimer Volker Spellenberg (stellvertretender Kreisvorsitzender Ost-Württemberg), besuchte Schulen in Südtirol. „Die dortigen Musterschulen und pädagogischen Musterkonzepte könnten als Vorbild taugen“, so das Fazit Spellenbergs.

Südtiroler Schüler schneiden im internationalen Vergleich sehr gut ab. Der größter Unterschied ist, dass der Kindergarten in das Schulsystem integriert ist, Lehrpersonen entscheiden nach ihrem Studium, ob sie in einem Kindergarten oder in einer Schule arbeiten möchten.

Nach drei Jahren Kindergarten folgt eine fünfjährige Grundschule, an die sich drei Jahre Mittelschule bis zur 8. Klasse anschließen. Dann trennen sich die Kinder in Oberschule, Fachschule und Berufsschule. Seit 1977 werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen in den Grund- und Mittelschulen im Klassenverbund inklusiv unterrichtet. Dazu werden Mittel von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, personell werden bei Bedarf zusätzliche Pädagogen eingeteilt.

Die Delegation wurde von Josef „Pepe“ Kühebacher in das Schulsystem eingeführt. Er ist seit 40 Jahren Grundschullehrer und zunehmend als Begleiter für Besucher im Pustertal zuständig. Das dortige Schulsystem bietet laut Spellenberg „ideale Rahmenbedingungen für Kinder und Lehrer“.

Besucht wurde auch die Grundschule Welsberg mit dem externen Lernort „Burger Hof“. Diesen besuchen ganze Schulklassen, aber es finden dort auch Kinder mit Disziplinarproblemen zu sich. Besichtigt wurde auch der Kindergarten in Terenten, der mit dem Kinderhaus Damaschkestraße in Heidenheim vergleichbar ist. Beim Referat des Integrationsberaters Wolfgang Grüner wurde klar, dass in Südtirol bis zum Einstieg ins Berufsleben kein Unterschied bei den Kindern gemacht wird. Dann ging es zur privaten Mittelschule Ursulinen in Bruneck: viel Montessori-Pädagogik, viel Eigenverantwortung, viel Erwerb von Kompetenzen.

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