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Europawahl
Heidenheim / pm  Uhr
Die Klasse 10a des Hellenstein-Gymnasiums hat beim Euroscola-Wettbewerb gewonnen und darf nach Straßburg.

Das 1980 vom Europäischen Parlament ins Leben gerufene Projekt Euroscola hat auf nationaler Ebene für 2019 die Siegerteams gekürt: Mit ihrem dem Informationsbüro des Parlaments in Berlin vorgelegten Beitrag konnte die Klasse 10 a des Hellenstein-Gymnasiums überzeugen und ist nunmehr eingeladen, als deutsche Schulklasse gemeinsam mit Jugendlichen aus allen 28 EU-Staaten das Klassenzimmer mit dem Plenarsaal in Straßburg zu vertauschen.

Begeistert zeigte sich Schulleiter Holger Nagel vom Abschneiden seiner Schüler und von der Chance, den Entscheidungsprozess der EU ein Form eines international besetzten und mehrsprachig arbeitenden Jugendparlaments unmittelbar am Ort des Geschehens kennen zu lernen.

Vor dem Erfolg hatte es jedoch erst einmal gegolten, die Aufgabenstellung des Wettbewerbs im Klassenverbund zu analysieren und geschickt durch Einbindung aller Talente umzusetzen. In diesem Jahr war eine kontroverse Auseinandersetzung mit der Europawahl vorgegeben gewesen. Hierzu erarbeitete die Klasse zusammen mit ihrem Gemeinschaftskunde- und Geschichtslehrer Dr. Frank Bauer die historischen Wurzeln Europas.

Zukunftsvisionen für die EU

Ausgehend von der Antike, über das Mittelalter, die Renaissance und die Epoche der Aufklärung stellten die Schüler Überlegungen an, um dann mit Schwerpunkt die aus den historischen Erfahrungen des letzten Jahrhunderts gewachsenen Wert- und Zielvorstellungen der EU darzustellen. Man sei hierbei arbeitsteilig vorgegangen, so Bauer: Parallel zu den historischen Betrachtungen befassten Gruppenmitgliedern habe ein weiteres Team der Klasse eine kritische Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation vorgenommen, während eine andere Gruppe konkrete Forderungen und Zukunftsvisionen formuliert habe. Die Ergebnisse seien dann diskutiert, ausgewählt und in ein Wahlprogramm eingeflossen, das durch ein mehrköpfiges Team der Gruppe künstlerisch illustriert worden ist. Letzteres hatte den umfangreichen Text aufgelockert und durch die Motivauswahl - die Akropolis und das Kolosseum befanden sich darunter - die historisch-kulturelle Perspektive des gewählten Ansatzes kreativ sichtbar gemacht.

,,Dass wir mit unserer eingereichten Wettbewerbsarbeit weit vorne liegen würden, das hatte ich aufgrund der hohen Qualität der Schülerarbeiten beim Einsendeschluss im April bereits vermutet, aber als das Glückwunschschreiben mit der Einladung an die Klasse aus Berlin tatsächlich kam, war ich erst einmal sprachlos", sagt Bauer. Die Klasse habe in eindrucksvoller Art und Weise fächerübergreifend ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, so Nagel ,,Von Gemeinschaftskunde und Geschichte über Deutsch und Bildende Kunst hat die Lerngruppe ihre Kompetenzen im nationalen Rahmen erfolgreich belegt."

Daran, dass sich seine Schüler in der nächsten Etappe des Wettbewerbs in den Arbeitssprachen Englisch und Französisch im Plenarsaal des Straßburger Parlaments genauso erfolgreich und sicher bewegen werden, hat der Schulleiter mit Blick auf den Stellenwert der Fremdsprachenausbildung keinen Zweifel.